Werbenetzwerk AdWords: Google erlaubt keine Porno-Werbung mehr

E-CommerceMarketingPolitikRechtWerbung
Google Suche (Bild: Google)

In sämtlichen Ländern, in denen AdWords angeboten wird, sind sexuelle Inhalte nun verboten. Als Grund nennt Google “Anstrengungen, um die Nutzererfahrungen mit AdWords laufend zu verbessern”. Ähnliche Einschränkungen betreffen auch andere Google-Dienste.

Die aktualisierten Richtlinien von Google AdWords verbieten die Bewerbung pornografischer Inhalte. Im Juni hatte das Werbenetzwerk einschlägige Kunden bereits informiert. Inserate, die für die “Darstellung sexueller Aktivitäten” werben, akzeptiert Google seit dieser Woche nicht mehr. Das Verbot ist ausdrücklich “nicht auf Hardcore-Pornografie beschränkt”.

Werbenetzwerk AdWords: Google erlaubt keine Porno-Werbung mehr.

Vom Werbeverbot für sexuelle Inhalte sind sämtliche Länder betroffen. Das teilte Google bereits im Advertising Policy Change Log mit. Den Schritt begründete Google mit einer “Anstrengung, um die Nutzererfahrungen mit AdWords laufend zu verbessern”. Bei freizügigen Inhalten habe es bereits seit längerer Zeit Einschränkungen gegeben, erklärte ein Google-Sprecher gegenüber CNBC. Der Konzern gehe davon aus, dass die Inserenten schon andere Werbekanäle in Anspruch nehmen.

Allerdings sehen das betroffene Brancheninsider anders. “Ich war völlig überrascht”, sagte beispielsweise Theo Sapoutzis, CEO bei AVN Media Network. “Ich war einer der ersten Inserenten bei AdWords im Jahr 2002. Wenn etwas 12 Jahre lang nicht angefasst wurde, dann rechnet man nicht mit einer drartig plötzlichen Änderung.”

Werbetreibende können über AdWords Anzeigen auf Google und im Google-Netzwerk schalten. Sie erscheinen bei entsprechend gewählten Keywords auch neben den Suchergebnissen. Die Werbeeinnahmen sind für den Internetkonzern von großer Bedeutung. Im ersten Fiskalquartal 2014 trugen sie 13,8 Milliarden Dollar zum Umsatz bei. Das entspricht 90 Prozent des Gesamtumsatzes.

Google untersagte bereits vor der Änderung bei AdWords Nutzern seiner Blogger-Plattform jede “Monetarisierung von Inhalten für Erwachsene”. Das kommt ebenfalls einem Werbeverbot im Zusammenhang mit sexuell freizügigen Inhalten gleich. Der Konzern änderte zudem die Entwicklerrichtlinien für Google Play und verschärfte die Regel zu “sexuell eindeutigem Material.” Dadurch soll ein besserer Schutz für Minderjährige vor Pornografie erreicht werden.

Trotz der Änderungen sind Suchbegriffe wie “Porno” und “Sex” in der Google-Suche mit am häufigsten vertreten. Allerdings wird mittlerweile spekuliert, dass einschlägige Inhalte auch aus der Suche verbannt werden. Ein Google-Sprecher vermied eine Stellungnahme zu dieser Frage.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie Google? Testen Sie Ihr Wissen – mit dem Quiz auf silicon.de.