Start-up Timply lockt Nutzer mit effizienterer Freizeitnutzung

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Start-up Timply lockt Nutzer mit effizienterer Freizeitnutzung

Nie hatten so viele Menschen so viel freie Zeit wie heutzutage in Europa. Aber nutzen sie die auch bestmöglich? Nein, glauben Joshua Martinez Hartmann und Oskar Hasinski, die Gründer von Timply: Sie wollen das mit einem Webportal nun ändern – wobei sie sowohl das Vergnügen als auch den Einsatz für gemeinnützige Zwecke im Auge haben.

Das Web-Portal Timply bietet einerseits Nutzern die Möglichkeit, sich Tipps und Anregungen für ihre Freizeitgestaltung zu holen, andererseits bekommen Anbieter von Reisen, allerlei Dienstleistungen und Aktivitäten, aber auch gemeinnützige und karitative Organisationen eine Plattform, um sich und ihre Angebote zu präsentieren. Die Idee wurde von Joshua Martinez Hartmann und Oskar Hasinski im September 2012 entwickelt und ist jetzt reif für den Ansturm der Massen.

Start-up Timply lockt Nutzer mit effizienterer Freizeitnutzung

Schon zu Beginn bietet das Berliner Start-up auf seiner Website eigenen Angaben zufolge in 1800 Unterkategorien rund 100.000 Aktivitäten an. Sie sind in Hauptkanälen mit den Bezeichnungen Abenteuer, Bildung, Entertainment, Essen, Events, Hobby, Kultur, Nachtleben, Reisen, Shopping, soziales Engagement, sowie Sport und Wellness jeweils speziell für Erwachsene, Senioren, Behinderte, Kinder und Jugendliche gegliedert.

Um die Auswahl zu erleichtern, können Nutzer bei Timply auch eine von 14 Stimmungen festlegen. Zur Auswahl stehen da Ausgehen, Dating, Abenteuerlustig, Wissenshungrig, Verspannt, Sozial, Kreativ, Mit Kind, Hungrig, Gesellig, Faul, Nostalgisch, Sportlich und Gemütlich. Die ersten Ergebnisse dabei sind recht breit gestreut – zum Beispiel empfiehlt Timply bei einem kleinen Test mit der Stimmung “Faul” in der Übersicht wenig überraschend unter anderem einen Film zu schauen – allerdings sowohl das “Texas Chainsaw Massacre” als auch die “Feuerzangenbowle”. Und beim Musikhören stehen die Scorpions und Andre Rieu zur Auswahl.

Mit 13 "Stimmungen" will Timply Nutzern eine Abkürzung zur gerade passenden Freizeitaktivität bieten (Screenshot: ITespresso).
Mit 13 “Stimmungen” will Timply Nutzern eine Abkürzung zur gerade passenden Freizeitaktivität bieten (Screenshot: ITespresso).

Das dürfte jedoch Kalkül sein, denn die Betreiber versprechen, dass sich die Plattform merkt, was Nutzer mögen und was sie nicht mögen. Zudem können sie jederzeit eine Aktivität, einen Ort oder sogar eine Kategorie komplett ausblenden lassen. Dazu ist es zu Beginn natürlich sinnvoll, sich dem Geschmack ähnlich wie bei einem Ratespiel mit möglichst weit gefassten und weit auseinanderliegenden Kategorien zu nähern – um dann später zum Beispiel im Detail zu klären, welche Art von Heavy Metal der Nutzer nun genau bevorzugt, wenn er sich “faul”: fühlt: Trash Metal, Speed Metal oder Death Metal. Auf diesem Weg stellt das Das System zwischendurch auch immer wieder Fragen.

Bei allerlei Medien setzt Timply auf die Kooperation mit Amazon, beim Sportangebot zum Beispiel ist man da vielseitiger. Allerdings ist zum Start natürlich auch das etwas selektiv: So hat man als Nutzer mit Kind der gerade Sport machen möchte vor allem die Auswahl, wo man denn nun Tennis spielen will. Lediglich eine Halle mit mietbaren Fußballplätzen im Olympiapark und ein weiteres Angebot mit Indoor-Beach-Volleyball stehen da zur Verfügung. Das ist aber sicher der Tatsache zuzuschreiben, dass das Angebot eben noch in den Kinderschuhen steckt und da es für Nutzer kostenlos ist, auf die Kooperation mit Anbietern angewiesen ist.

Ausgewählte Freizeitaktivitäten, die Deutsche laut der Studie VuMa 2013 mehrmals in der Woche ausüben (Grafik: <a href="http://de.statista.com/infografik/943/freizeitaktivitaeten-der-deutschen/" target="_blank">Statista</a> / Stand 2013).
Ausgewählte Freizeitaktivitäten, die Deutsche laut der Studie VuMa 2013 mehrmals in der Woche ausüben (Grafik: Statista / Stand 2013).

Zweite Säule des Angebots von Timply ist neben der Funktion als Ideengeber und Vorschlagsdienst für´s reine Vergnügen die Vermittlung von uneigennützigen Aktivitäten. Auch dazu arbeitet Timply mit einigen Partnern zusammen – zum Beispiel dem Deutschen Roten Kreuz, dass die Blutspende empfiehlt oder der Organisation I plant a tree, über die man eigene Aufforstungsprojekte starten oder sich an bestehenden beteiligen kann. Alternativ stehen zum Beispiel die O2-Initiative Think Big oder eine Beteiligung an der McDonalds Kinderhilfe zur Wahl. Etwas schwach ist, dass auch Nutzern aus München oder Stuttgart der Berliner Familienpass empfohlen wird, obwohl es in den beiden Großstädten vergleichbare Angebote gibt – aber auch das dürfte wohl als eines der Kinderkrankheiten mit wachsender Reife des Angebots abgestellt werden.

Das Profil lässt sich in den Kontoeinstellungen jederzeit ändern. Die dort gemachten Angaben sind für andere Nutzer nicht sichtbar, Timply verspricht sie lediglich für die Registrierung und Anpassung der Suchergebnisse zu verwenden. Wer möchte kann sich auch mit seinem Konto bei Facebook oder Google+ registrieren.

Derzeit arbeitet Timply eigenen Angaben zufolge außer mit Amazon unter anderem noch mit neben dem Veranstalter Eventim, mit Ab-in-de-urlaub.de, Virtualnights.com. der Welthungerhilfe und Lieferheld.de. Interessierte Firmen können ihr Angebot zunächst kostenlos bei Timply eintragen. Sofern sie Gutscheine erstellen, verlangt der Anbieter jedoch, dass sie Nutzenr mindestens ein Prozent Nachlass einräumen.



In einem Video bei Youtube stellt Timply sein Konzept kur vor.

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