Project Ara: Google vermasselt Vorführung seines modularen Smartphones

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Googles Baukasten-Smartphone Project Ara (Bild: Google)

Bei der Präsentation auf der Entwicklerkonferenz Google I/O fror das Telefon beim Booten ein. Eigentlich wollte der Konzern die erste funktionsfähige Version vorführen. So bekamen Besucher lediglich im 3D-Drucker gefertigte Entwürfe für Modulcover zu sehen. Und Projektleiter Paul Eremenko gab immerhin einen detaillierten Ausblick auf die weiteren Pläne.

Google wollte auf seiner Entwicklerkonferenz in San Francisco den funktionsfähigen Prototyp des als “Project Ara” bezeichneten, modularen Smartphones vorführen. Allerdings fror das Telefon beim Booten ein, wie US-Medien übereinstimmend berichten. Als Entschuldigung muss akzeptiert werden, dass seit der Vorstellung des grundlegenden Konzepts im Oktober 2013 – damals noch durch Motorola – erst gut neun Monate vergangen sind – nicht viel, für einen komplett neuen Ansatz.

Paul Eremenko gab in San Francisco einen detaillierten Ausblick auf die weiteren Pläne für Googles Baukasten-Smartphone Project Ara (Bild: Google).
Googles Baukasten-Smartphone Project Ara (Bild: Google)

Immerhin gab Projektleiter Paul Eremenko den Anwesenden einen Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand. Demzufolge benötigen die derzeit für den modularen Aufbau verwendeten Bauteile 70 Prozent des verfügbaren Platzes. Dadurch bleiben lediglich 30 Prozent für andere Komponenten. In kommenden Versionen sollen dieses Verhältnis umgekehrt werden. Als langfristiges Ziel nannte Eremenko einen Overhead von nur 10 Prozent.

Der Projektleiter schilderte auch seine Vorstellungen von möglichen, zusätzlichen Modulen. Diese reichen von einem Schlüsselanhänger über eine Nachtsichtfunktion bis zu einer teuren Kamera, die sich mehrere Nutzer teilen könnten. Zudem sucht das Team nach neuen leistungsstärken Akkutechnologien.

Eremenko präsentierte auch einige im 3D-Drucker gefertigte Entwürfe für Modulcover. Außerdem betonte er noch einmal, dass es einiger Änderungen an Android bedürfe, um Project Ara erfolgreich zu machen. Der gezeigte Prototyp läuft unter einer Fork des Google-Betriebssystems, die Support für Treiber und Hot-Swapping bietet. Schon zuvor hieß es, das Ara-Team wolle im Dezember Android-Treiber verfügbar machen und so die letzte große Hürde nehmen.

Auch einen Entwicklerwettbewerb kündigte Eremenko an. Einem Team, das ein funktionierendes Ara-Modul fertigt, welches “etwas kann, was aktuelle Smartphones nicht können”, winken 100.000 Dollar und eine Reise zur nächsten Ara-Entwicklerkonferenz. An der Teilnahme Interessierten bietet Google ein Module Developers Kit (MDK) an.

Als Termin für den Verkaufsstart des modularen Smartphone hatte Google schon früher Januar 2015 genannt. Die als Gray Phone bezeichnete Basisversion wird rund 50 Dollar kosten. Das aus Aluminium gefertigte Endoskelett soll fünf- bis sechs Jahre nutzbar sein. Es hält die Komponenten mit Permanentmagneten fest. Für die Kommunikation zwischen den Modulen sorgt der UniPro-Standard. Die Module sind nur vier Millimeter dick und ermöglichen so ein komplettes Mobiltelefon, das mit insgesamt 9,7 Millimetern Bauhöhe auskommt.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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