Fast ein Fünftel der KMU nutzt noch Windows XP

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Bitdefender (Bild: Bitdefender)

Das geht aus einer Umfrage des Sicherheitsanbieters Bitdefender hervor. Der weist gleichzeitig darauf hin, dass er millionenfach Malware-Angriffe auf den Dinosaurier aus der Windows-Familie verzeichnet. Laut Bitdefenders Chefstratege Catalin Cosoi setzen sich KMU, die den Betriebssystem-Klassiker weiterhin nutzen, “echten Bedrohungen” aus.

In einer dreimonatigen Umfrage hat das Sicherheitsunternehmen Bitdefender über 6600 Firmen aus Einzelhandel, Medizinbranche, Bildungssektor und Industrie zur Betriebssystem-Nutzung befragt – und fand dabei viele, die noch immer Windows XP einsetzen. Das Support-Ende am 8. April konnte viele nicht dazu bewegen, ein Update vorzunehmen.

Laut Bitdefenders Chefstratege Catalin Cosoi setzen sich KMU, die den Betriebssystem-Klassiker weiterhin nutzen, "echten Bedrohungen" aus

Die Befragung fand in den USA, Großbritannien, Australien, Deutschland, Spanien und Brasilien statt. Fast ein Fünftel der befragten kommt nicht los von Windows XP. 53,4 Prozent der Unternehmen haben sich für ein Upgrade auf Windows 7 Professional entschieden. Ein kleiner Prozentsatz der befragten KMUs setzt auf andere Windows-Versionen wie 7 Home Premium, Windows 7 Ultimate oder Windows 8.1 Pro.

Doch der Rest muss sich mit jetzt ausbleibenden Security-Updates für das Uralt-Betriebssystem auseinandersetzen. “Schon wenige Wochen nach Ablauf des Supports, wurde eine neue Zero-Day-Schwachstelle im Internet Explorer zu einer echten Bedrohung für XP-Nutzer”, erklärt Catalin Cosoi, Chief Security Strategist bei Bitdefender. Immerhin habe Microsoft trotz Support-Ende doch noch einen Patch produziert, aber das “war eine Ausnahme, die Unternehmen nicht zu der Annahme verleiten sollte, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird.”

In diesem Zusammenhang habe man während der dreimonatigen Analyse bei einem Web-Marketing-Unternehmen nahezu 800 Millionen Malware-Angriffe abgewehrt. Und “zu den anderen KMUs aus den am häufigsten betroffenen Branchen gehörten ein US-amerikanisches Metallunternehmen, ein britischer Logistikdienstleister, eine spanische Architektenschule und ein australischer Obst- und Gemüsehändler”, fügt Cosoi an, um klarzumachen, dass an einem Update nichts mehr vorbeigeht.

Da 37 Prozent der Angestellten in kleinen und mittleren Unternehmen der Umfrage zufolge per Fernzugriff oder von zuhause aus arbeiten, sei die Bedrohung umso größer. 17 Prozent der befragten Betriebe erlaubten Angestellten zudem, mit ihren eigenen Geräten vollständig über ein VPN auf die Firmen-IT zuzugreifen. Nutzen sie dabei XP, sei dies ein weiteres Einfallstor.

Damit liegt Bitdefender ganz auf der Linie von Microsoft und schließt sich der bereits im Vorfeld des Support-Endes von Windows XP von G Data und Kaspersky geäußerten Empfehlung an, auf ein neueres Betriebssystem umzusteigen. Andere Experten und Beobachter sehen die Lage weniger dramatisch. Ihrer Ansicht nach lässt sich mit einigen einfachen Maßnahmen Windows XP auch ohne Microsoft-Support weiter betreiben.

Bitdefender-IT-Sicherheit-in-KMU
In einer Grafik hat Bitdefender die von ihm und anderen Firmen ermittelten Zahlen zum Umgang mit IT-Sicherheit in KMU zusammengefasst (Grafik: Bitdefender).

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