Atari kehrt als Anbieter interaktiver Unterhaltung zurück

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Das Traditionsunternehmen hat jetzt seine überarbeitete Strategie vorgestellt. Die fällt recht vielfältig aus: Neben dem Relaunch seiner Retro-Titel plant Atari Online-Videospiele und Online-Casinos ebenso wie die Vermarktung von Videoinhalten und ein Lizenzgeschäft für Hardware und sogar Bekleidung.

Atari wird einen neuen Anlauf unternehmen, um sein Geschäft breiter aufzustellen und die Traditionsmarke für neue Aktivitäten zu nutzen. Ziel ist es im sich als Produktionsfirma interaktiver Unterhaltung im weitesten Sinne aufzustellen. Dazu gehören dann sowohl Online-Videospiele und –Casinos als auch die Vermarktung von Videoinhalten. Mit dem gut eingeführten Namen will man nun durch das Lizenzgeschäft mit Hardware und sogar Bekleidung Geld verdienen.

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Das Unternehmen schließt damit eine langanhaltende Restrukturierungsphase ab, in deren Verlauf es im vergangen Jahr auch Gläubigerschutz beantragen musste. Im Februar konnte es dann bekannt geben, dass die französische Atari SA wieder die Kontrolle über das US-Geschäft übernommen und die das New Yorker Insolvenzgericht die Pläne zur Neuaufstellung gutgeheißen hatte. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014 hatte man 1,7 Millionen Euro umgesetzt und erklärte, dass das bis Ende März anvisierte Ziel erreicht werde.

Unser Unternehmen hat im Laufe der Jahre schon viel erreicht, doch wir haben noch sehr viel mehr zu bieten. Wir freuen uns schon auf das Angebot, das wir im Rahmen unserer neuen Strategie auf den Markt bringen werden, und auf die vielen neuen Möglichkeiten der Kundenkommunikation und -bindung, die uns in diesem neuen Zeitalter dank der verschiedensten Kommunikationskanäle erwarten. Diese Branche ist extrem vielfältig und wir sind dabei, uns neu zu erfinden. Natürlich ist uns bewusst, dass dies auch mit vielen Herausforderungen verbunden ist”, sagte Fred Chesnais, Chief Executive Officer von Atari, in einer Pressemitteilung zum Neustart.

Die zunächst für iOS verfügbare 99-Cent-App RollerCoaster Tycoon 4 Mobile sieht Atari als vielversprechenden Auftakt seines nun geplanten Comebacks (Screenshot: Atari / iTunes).
Die zunächst für iOS verfügbare 99-Cent-App RollerCoaster Tycoon 4 Mobile sieht Atari als vielversprechenden Auftakt seines nun geplanten Comebacks (Screenshot: Atari / iTunes).

Erste, dieses Jahr in Hinblick auf die Neuaufstellung bereits gemachte Schritte, sind dem Unternehmen zufolge vielversprechend gewesen. So habe man mit RollerCoaster Tycoon 4 Mobile aufgelegt und es damit unter die Top-25 des Apple App Store in den USA und in die Top 10 in vielen anderen Ländern geschafft. Eine Android-Version und eine Multiplayer-PC-Version sind für Ende 2014 geplant. Außerdem wurde der Titel Haunted House für Mobilplattformen neu veröffentlicht und das Multiplayer-Online-Arena- und Crafting-Spiel Minimum gestartet. Gute Nachricht für Nostalgiker: In den kommenden Monaten will Atari Klassiker wie Asteroids ebenfalls auf aktuellen Mobilplattformen zu veröffentlichen.

Daneben wendet sich das Unternehmen aber auch mehreren Segmenten zu, in denen es wenig Erfahrung hat, sich aber mit seinem bekannten Namen zu etablieren hofft. Wie die Angebote im Detail aussehen sollen, lässt es dabei allerdings noch weitgehend im Dunkeln. Noch relativ einfach vorstellbar und naheliegend sind die Pläne, sich im Bereich der sogenannten Social Casinos, beim Glücksspiel mit echtem Geld und Vermarktung von exklusiven Videoinhalten auf Youtube zu engagieren. Da Atari dazu bereits Partnerschaften mit Pariplay – für Transaktionen mit echtem Geld – und FlowPlay – für virtuelle Währungen – eingegangen ist, scheinen diese Vorhaben auch schon relativ weit gediehen zu sein.

Noch vager bleibt das Unternehmen bei seinen Plänen für die Hardware-Lizenzierung. Hier lässt man lediglich durchblicken, dass man sich auf spielorientierte Hardware und tragbare Geräte konzentrieren will. Sogar von Bekleidung – möglicherweise im Bereich Wearable Computing – ist die Rede. Ankündigungen mit konkreten Aussagen hat das Unternehmen für die kommenden Monate in Aussicht gestellt. Dann will es auch Pläne bekannt geben, wie man neue Zielgruppen ansprechen will. Insbesondere nennt das Unternehmen hier lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Personen.

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