Neue Phishing-Welle: Polizei warnt vor angeblichen Provider-Rechnungen

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Hinter einer angefügten Datei oder einem integrierten Link verbirgt sich in den fingierten Rechnungs-E-Mails eine Schadsoftware. Sie installiert selbständig einen Banking-Trojaner, der Kontozugangsdaten und die TAN ausspäht. Die Polizei Südhessen registrierte Fälle mit Schadenshöhen von bis zu 10.000 Euro.

Die Polizei in Südhessen hat eine Warnmeldung veröffentlicht, in der sie auf eine neue Welle gefälschter Rechnungen verweist. Ihr zufolge verschicken Cyberkriminelle aktuell vermehrt Rechnungs-E-Mails im Namen großer Anbieter wie der Deutschen Telekom oder Vodafone.

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Dem täuschend echt wirkenden Schreiben ist eine Rechnungsanlage angehängt, in die wiederum ein Banking-Trojaner integriert ist. Das Dateiformat des Anhangs spielt dabei keine Rolle. So wurden unter anderem ZIP-, DOC-, PDF- und XLS-Dateien ausgemacht, die allesamt Malware enthalten. Dieses Schadprogramm wird dann ausgeführt, wenn der Anwender den Anhang aus der E-Mail-Anwendung heraus öffnet oder auf der Festplatte speichert.

Bei einer weiteren Variante wird in der betrügerischen E-Mail keine Anlage, sondern lediglich ein Hyperlink eingebettet. Nachdem dieser angeklickt wurde, startet er einen Downloadvorgang und installiert danach selbständig den Banking-Trojaner.

Die im aktuellen Fall vorliegende Schadsoftware spioniert zunächst Zugangsdaten zum Konto aus. In einem zweiten Schritt wird das Opfer dann zu einer Sicherheitsabfrage per TAN aufgefordert, die vom Täter dann für unautorisierte Überweisungen missbraucht wird.

Allein im verganganen Monat wurden beim Polizeipräsidium Südhessen 29 Fälle zur Anzeige gebracht. Die Schadenshöhe lag im Einzelfall laut der Behörde zwischen 8 und 10.000 Euro.

Mit diesen und ähnlichen Maschen versuchen Cyberkriminelle immer wieder, Malware zu verbreiten. Zuletzt hatte die Deutsche Telekom selbst Mitte Mai vor gefälschten Rechnungen mit schadhaftem Code gewarnt.

Kunden sollten bei verdächtigen Rechnungen genau hinsehen. Oft fehlt bei diesen nämlich die individuelle Buchungskontonummer oder die persönliche Anrede unter Verwendung des korrekten Kundennamens. Generell empfiehlt es sich, in zweifelhaften E-Mails keine Anhänge zu öffnen oder Links anzuklicken. Zudem sollten Nutzer eine aktuelle Sicherheitslösung auf dem Rechner installiert haben und ihr System inklusive der Software immer auf dem neuesten Stand halten.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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