WWDC: Apple präsentiert iOS 8 und OS X 10.10

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Apple OS X Yosemite (Bild: Apple)

In der kommenden iOS-Version lassen sich SMS direkt aus der Mitteilungszentrale heraus beantworten. Das sogenannte Healthkit kann Gesundheitsdaten sammeln, auswerten und mit vorgegebenen Parametern vergleichen. Yosemite, der Nachfolger von OS X 10.9 Mavericks erlaubt Nutzen Anrufe und Kurznachrichten auf dem iMac oder MacBook entgegenzunehmen.

Apple hat auf seiner Worldwide Developer Conference (WWDC) in San Francisco die kommende Version seines Mobilbetriebssystems sowie eine Neuauflage seines Mac-Betriebssystems vorgestellt. Nach den weitreichenden Änderungen mit iOS 7 am Design hat sich der Konzern bei iOS 8 auf neue Funktionen und Apps fokussiert. Dazu zählen interaktive Benachrichtigungen und der Gesundheits-Tracker Healthkit. Der Yosemite genannte Nachfolger von OS X 10.9 Mavericks übernimmt Designelemente von iOS. Anwender können unter OS X 10.10 sogar Anrufe auf ihrem iMac oder MacBook entgegennehmen.

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Die interaktiven Benachrichtigungen unter iOS 8 erlauben es dem Nutzer, beispielsweise eine SMS zu beantworten, während er gleichzeitig in einer anderen App arbeitet. Mittels einer Wischgeste wird die Textnachricht in der Mitteilungszentrale geöffnet und die Tastatur erscheint, damit der Nutzer Text eingeben kann.

Das mit iOS 8 integrierte sogenannte Healthkit dient als zentraler Sammelpunkt für Gesundheitsdaten. Dazu zählt eine Health genannte App, die auch mit Fitness-Trackern von Drittanbietern genutzt werden kann. Die Software wertet medizinische Daten aus und prüft, ob sie innerhalb der vordefinierten Parameter liegen. Bei Abweichungen nimmt sie direkt Kontakt zu einem Krankenhaus oder einem Arzt auf. Laut Craig Federighi, Senior Vice President des Bereichs Software Engineering bei Apple, hat der Konzern in den USA bereits zahlreiche Partner aus dem Gesundheitssektor gewonnen, darunter die Non-Profit-Organisation Mayo Clinic – Betreiber der Mayo-Kliniken.

Als weitere Neuerungen sind iCloud Drive und Handoff hinzugekommen. Ersteres ist ein Online-Speicher nach dem Vorbild von Google Drive oder Dropbox, in den beliebige Dateien abgelegt werden können, die anschließend auf allen Apple-Geräten verfügbar sind. Letzteres ermöglicht es Nutzern, Textnachrichten oder E-Mails auf einem mobilen Gerät zu schreiben und sie erst von einem Mac aus zu versenden. Handoff soll zudem mit Produktivitätsanwendungen wie iWork funktionieren. Dank des Features ist es jetzt auch möglich, per AirDrop Dateien von einem Mac auf ein iOS-Gerät zu verschieben und umgekehrt.

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Mit iCloud Drive erhält iOS 8 einen an Dropbox und Google Drive angelehnten Online-Speicher (Bild: Apple).

Die neu integrierte QuickType-Tastatur macht während der Eingabe Wortverschläge. Sie soll auch in der Lage sein, sich an den Schreibstil des Anwenders anzupassen, was das Schreiben von Textnachrichten und E-Mails erleichtern soll. QuickType steht zu Beginn in 14 Sprachen zur Verfügung, darunter auch Deutsch. Apple hebt hervor, dass die Verarbeitung der Texteingaben ausschließlich auf dem Gerät erfolgt und keine Daten übermittelt werden. Ein weiteres neues Messaging-Feature hat sich Apple bei Snapchat abgeguckt, denn iOS 8 unterstützt nun “flüchtige” Nachrichten – also Mitteilungen, die sich nach einer zuvor festgelegten Zeit automatisch löschen.

Apple hat überdies die Spotlight-Suche sowie den Sprachassistenten Siri überarbeitet. Spotlight kann nun auch nach Filmen suchen, die aktuell im Kino laufen, oder Musik aus der eigenen Sammlung oder dem iTunes Store finden. Das Hinzufügen von neuen Datenquellen soll bessere Resultate liefern und die Suche an sich vereinfachen. Siri kann mithilfe von Shazam künftig auch Songs erkennen. Es werden außerdem weitere 22 Sprachen unterstützt.

Das laut Apple “größte iOS-Release aller Zeiten” steht Entwicklern ab sofort als Betaversion zur Verfügung. Die Final von iOS 8 soll im Herbst veröffentlicht werden und neben iPhone 4S, 5, 5C und 5S auch iPad 2, iPad mit Retina Display, iPad Air, iPad Mini, iPad Mini mit Retina Display sowie den iPod Touch der fünften Generation unterstützen. Damit läuft die kommende Version des Apple-Mobilbetriebssystems auf allen Geräten, für die iOS 7 erhältlich ist. Eine Ausnahme bildet lediglich das iPhone 4.

Mac OS X 10.10 Yosemite

Apple hat auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC zudem den Nachfolger von OS X 10.9 Mavericks präsentiert. Die Yosemite genannte Version 10.10 übernimmt Designelemente von iOS. Dazu zählen die flachen Icons und die Pastellfarben des Mobilbetriebssystems. Auch die Werkzeugleisten, Menüs und Schaltflächen wurden überarbeitet und sollen ein einheitlicheres “Look and Feel” bieten als Mavericks.

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Anwender können unter OS X 10.10 Yosemite Anrufe und SMS entgegennehmen, wenn sich ihr iPhone im selben WLAN-Netz befindet wie ihr Mac (Bild: Apple).

Das neue, transparente Benachrichtigungscenter beinhaltet eine “Heute” genannte Übersicht mit bevorstehenden Terminen und Geburtstagen. Sie lässt sich über Widgets aus dem Mac App Store erweitern, etwa durch eine Wettervorhersage oder einen Aktien-Ticker.

Der Online-Speicher iCloud Drive steht zudem nicht nur unter iOS 8, sondern auch unter OS X 10.10 Yosemite zur Verfügung. Er unterstützt dann beliebige Dateien, die sich über die Cloud zwischen Mac und iOS-Geräten abgleichen lassen – ähnlich wie Dropbox und Google Drive.

Gleichermaßen wurde die Funktion “Handoff” neben iOS 8 auch in der neuen OS-X-Version integriert. Sie soll so die Zusammenarbeit zwischen Macs und dem iPhone sowie dem iPad verbessern. Handoff erlaubt es, ein Dokument auf einem Gerät, etwa einem iPad, zu erstellen und die Arbeit an einem anderen Gerät wie einem Mac fortzusetzen.

Apple hat darüber hinaus seinen Browser Safari überarbeitet und ihm eine schlankere Toolbar verpasst. Neu ist auch eine Übersicht mit allen geöffneten Tabs. Ein einzelner Tab lässt sich zudem nun für Private Browsing isolieren.

Der E-Mail-Client unterstützt jetzt verschlüsselte Nachrichten. Nutzer können zudem Dateianhänge mit einer Größe von bis zu 5 GByte verschicken. Das klappt auch unabhängig von potenziellen Größenbeschränkungen beim Empfänger. Dafür wird der Dateianhang auf iCloud Drive hochgeladen. Der Download erfolgt über einen Link in der E-Mail.

Die Betaversion von OS X 10.10 Yosemite verteilt Apple ab sofort an Entwickler. Interessierte Anwender können sich überdies für das Beta-Programm registrieren. Die finale Version soll im Herbst als kostenloser Download zur Verfügung stehen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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