Fernsehexperiment Quizduell stolpert in die Technikfalle

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Quizduell (Screenshot: ITespresso bei NDR.de)

Moderator Jörg Pilawa und der NDR kreierten aus einer äußert beliebten App eine Fernsehsendung. Die Premiere ging allerdings daneben: Während der Sendung vermutete Pilawa einen Hackerangriff und lud die Verantwortlichen ins Studio ein. Inzwischen spricht der NDR vorsichtiger von “technischen Problemen” und betreibt Ursachenforschung.

Die Premiere von Quizduell, einem Versuch von NDR und Jörg Pilawa, aus einer äußerst beliebten App eine Vorabendsendung zu entwickeln, ging daneben. Noch während der Sendung erklärte der Moderator, Hacker hätten weltweit 15.000 Server lahmgelegt. Inzwischen ist der NDR mit Schuldzuweisungen vorsichtiger: Er spricht nur noch von “technischen Problemen.” Wie Frank Beckmann, Koordinator Vorabend und Programmdirektor Fernsehen beim NDR, erklärt, läuft die Ursachenforschung derzeit auf Hochtouren.

Quizduell (Grafik: ARD/NDR).
Hackerangriff oder nur technische Panne? Noch ist unklar, warum die Premiere der NDR-Sendung Quizduell nicht wie geplant verlaufen ist (Grafik: ARD/NDR).

Das ist auch erforderlich, denn geplant ist, die Sendung auch in den 13 folgenden Wochentagen auszustrahlen. Besonderheit des Formats ist, dass sich die vier Kandidaten im Studio gegen App-Nutzer beweisen müssen. Laut Pilawa wurde die dazu entwickelte im Vorfeld App 187.000 Mal heruntergeladen. Die Original-App “Quizduell” des schwedischen Entwicklers FEO Media, die unter anderem für Android und iOS zur Verfügung steht, hat mittlerweile allerdings mehr als 16 Millionen User.

Die Nutzer der für´s Fernsehen angepasten App sollten dem ursprünglichen Konzept zufolge, bei einem Erfolg gegen die Studiokandidaten als “Team Deutschland” Geld gewinnen können. Da sie nicht teilnehmen konnten, disponierte der Moderator kurzerhand um und band die Zuschauer im Saal ein. Sie gewannen und sollen sich die Prämie von 22.000 Euro nun aufteilen.

Pilawa lud während der Sendung den vermeintlichen Hacker ein. Er appelierte an dessen Mumm und versprach “keine juristischen Konsequenzen”. Ob die Sendung am Dienstag ausgestrahlt werden könne, sei allerdings noch fraglich. “Wenn die technischen Probleme nicht gelöst werden, dann ist das Experiment gescheitert”, so Pilawa.

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