Security-Urgestein John McAfee stellt Messaging-App Chadder vor

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Sie steht ab sofort für Android und Windows Phone zum Download bereit. Eine iOS-Version befindet sich in Vorbereitung. Der Messenger verschlüsselt alle Nachrichten und soll so verhindern, dass Dritte Inhalte unbefugt mitlesen oder Mitteilungen verfolgen können.

John McAfee, Gründer des gleichnamigen, inzwischen zu Intel gehörenden Sicherheitsunternehmens, hat die Messaging-App Chadder angekündigt. Eine Betaversion steht ab sofort in Googles Play Store und Microsofts Windows Phone Store zum Download bereit. Eine iOS-Version soll demnächst folgen.

Security-Urgestein John McAfee stellt Messaging-App Chadder vor

“Wir haben dieses sehr sichere System mit einem Team von außergewöhnlichen Programmierern am angesehenen Rochester Institute of Technology entwickelt”, sagte McAfee. “Chadder ist eine einfach zu bedienende Messaging-App, die Ihre Kommunikation geheim hält. Sie ist so geheim, dass wir sie selbst nicht sehen können.”

Hinter Chadder steht neben der von John McAfee gegründeten Sicherheitsfirma Future Tense Central auch ein Unternehmen namens Etransfr. Der Website von Future Tense Central zufolge können nur Sender und Empfänger den Inhalt einer Nachricht lesen – jeder andere und auch die App selbst sollen nur chiffrierten Text zu sehen bekommen. “Den Schlüssel zum Entsperren Ihrer Nachricht haben wir nicht, also kann niemand – wir eingeschlossen – Ihre Nachrichten lesen oder verfolgen.”

Alternative sichere Messenger im Überblick

Seit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook hat sich der Markt für Messenger stark belebt. Die Stiftung Warentest hatte kurz danach fünf Konkurrenzprodukte untersucht. WhatsApp wurde von den Testern wie bereits im Mai 2012 als “sehr kritisch” eingestuft. Die Alternativen Line, Blackberry Messenger (BBM) und Telegram schnitten nur unwesentlich besser ab.

Allein die Alternative Threema hielten die Prüfer für “unkritisch”. Das Urteil hat sich Threema zum einen dadurch verdient, dass die kostenpflichtige App des Schweizer Entwicklers Kasper Systems eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet. Außerdem kann die App Adressbucheinträge zwar speichern, allerdings nur in pseudonymisierter Form und mit ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers. Gelobt wird zudem, dass der Anwender die App auch verwenden kann, wenn er dem Auslesen seines Adressbuchs nicht zustimmt.

Neben den von der Stiftung Warentest untersuchten Messengern gibt es noch zahlreiche weitere Alternativen. Neben TextSecure, bei dem nicht nur der Client, sondern auch die Übertragungs- und die API-Protokolle quelloffen sind, gehört dazu auch myENIGMA. Die App verwendet wie Threema eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Server in der Schweiz, ist aber kostenfrei nutzbar.

Das kostenlose und quelloffene Surespot bietet ebenfalls Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Mit dem ebenfalls kostenfreien Schmoose, das für Android und Windows Phone verfügbar ist, sowie dem für iOS gedachten, kostenfreien Messenger Skunkit der Gebrüder Braun aus Herrenberg bei Stuttgart, sind in den vergangenen Wochen weitere dazugekommen.

Security-Urgestein John McAfee

Im Jahr 1987 hatte McAfee das nach ihm benannte Unternehmen gegründet. Es war einer der ersten Anbeiter von Antivirensoftware. 1994 verließ der Gründer das Unternehmen als mehrfacher Millionär. Seither hat er sich bei mehreren Start-ups engagiert, die sich aber nicht im Markt etablieren konnten.

Schlagzeilen machte John McAfee dagegen durch sein Privatleben: 2012 wurde ihm die Verstrickung in einen Mordfall in Belize, wo er damals lebte, vorgeworfen. Nachdem er aus dem zentralamerikanischen Land geflüchtet war, wurde er in Guatemala wegen Verstößen gegen die Einreisebestimmungen verhaftet und mit seiner Zustimmung an die USA ausgeliefert. Die Beteiligung an der Ermordung seines Nachbarn in Belize hat McAfee stets bestritten.

Intel hatte Anfang 2014 angekündigt, den Markennamen McAfee Security aufzugeben. Die Sicherheitssparte soll in Zukunft Intel Security heißen. Das Logo von McAfee Antivirus, den roten Schild, will Intel zunächst jedoch beibehalten. Die Umstellung selbst soll im Laufe dieses Jahres beendet sein.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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