Kartellprozess: Microsoft siegt endgültig gegen Novell

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(Bild: Shutterstock /Sebastian Duda)

Novells Berufungsantrag wurde durch den US Supreme Court abgewiesen. Das Urteil von 2012 bleibt somit bestehen. Bereits 2004 hatte Novell Microsoft vorgeworfen, seine marktbeherrschende Stellung auszunutzen, um WordPerfect und Quattro Pro zu blockieren.

Der seit zehn Jahren schwelende Kartellstreit zwischen Novell und Microsoft ist nun definitiv beendet. Der US Supreme Court wies Reuters zufolge Novells Antrag auf Berufung am Montag ab. Somit ist Microsoft endgültige Gewinner des Prozesses.

Microsoft siegt im Streit um WordPerfect und Quattro Pro endgültig gegen Novell (Bild: Shutterstock /Sebastian Duda).

Im November 2004 hatte Novell Kartellklage gegen Microsoft eingereicht. Darin warf das Unternehmen dem Konzern aus Redmond vor, Mitte der Neunzigerjahre seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt zu haben, um Novells Software WordPerfect und Quattro Pro vom Markt zu drängen.

Zur Einführung von Windows 95 soll Microsoft technische Details über das Betriebssystem bewusst zurückgehalten haben, damit Novell seine Programme nicht anpassen konnte. Nach Ansicht von Novell verstieß dies gegen das US-Wettbewerbsgesetz, da WordPerfect so keine Chance hatte, in Konkurrenz zu Microsoft Office zu treten.

In dem Prozess forderte Novell 1,2 Milliarden Dollar von Microsoft. Microsofts Verhalten habe zu einem deutlichen Rückgang der Marktanteile von WordPerfect und Quattro Pro geführt. In der Folge habe man beide Produkte 1996 mit erheblichen Einbußen an Corel verkaufen müssen. Ursprünglich hatte es diese für über eine Milliarde Dollar erworben.

Microsoft wies die Vorwürfe stets von sich. Seiner Aussage zufolge blockierte es WordPerfect für Windows 95, da es nicht stabil genug lief. Überdies sei es durchaus legitim, technische Daten über ein Betriebssystem zurückzuhalten, um sich selbst zu schützen. In Wirklichkeit wolle Novell nur andere für die eigenen unternehmerischen Fehler verantwortlich machen.

Nachdem die Streitparteien sich einen jahrelangen Schlagabtausch vor diversen Gerichten geliefert hatten, entschied US-Bundesrichter Frederick Motz 2012, dass Novell den Fall nicht weiter verfolgen darf. Er begründete dies damit, dass Novell keine ausreichenden Beweise dafür vorlegen konnte, dass Microsoft ein Monopol auf dem Betriebssystemmarkt unterhält.

Daraufhin reichte Novell Berufung ein. Das Berufungsgericht bestätigte jedoch Motz’ Entscheidung. Anschließend legte Novell Berufung beim US Supreme Court ein. Diese wurde jetzt allerdings ebenso abgelehnt. Somit bleibt Motz’ Urteil auch weiterhin bestehen.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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