Antiviren-Lösungen: Kaspersky und Bitdefender an der Spitze

Sicherheit
encryption-schloss-code-sicherheit (Bild: Shutterstock / photobank.kiev.ua)

Das geht aus Tests der Sicherheitsinstitute AV-Test und AV-Comparatives hervor. Sie haben Security-Suiten einem Dauertest unterzogen. Insgesamt erzielen die Kaufprogramme ein deutlich besseres Ergebnis als die kostenlosen Varianten. Nicht überzeugen konnten die Sicherheitsprogramme von Microsoft.

Kaspersky Lab und Bitdefender gehen als Sieger aus dem sechs Monate langen Dauertest des Sicherheitsinstituts AV-Test hervor. Ein erstes Zwischenergebnis des von AV-Comparatives im März gestarteten Langzeittests bringt ähnliche Ergebnisse.

AV-Test hat insgesamt 24 Internet-Security-Suiten unter Windows XP, Windows 7 und Windows 8.1 getestet. Von September 2013 bis Februar 2014 wurden die Programme mit insgesamt 60.000 bekannten und 400 neuen, unbekannten Schädlingen konfrontiert. Zugleich mussten die Sicherheitslösungen ihre Bedienfreundlichkeit unter Beweis stellen und auch die Belastung der Systemperformance nahmen die Tester unter die Lupe. Unter den weiteren Testkandidaten waren auch die Sicherheitsprogramme von Avast, Avira (Kaufversion), Bullguard, Check Point, Eset, F-Secure, G Data, Kingsoft, McAfee, Panda Security, Symantec und Trend Micro. Daneben wurden auch weniger bekannte Anbieter wie Microworld, Norman, PC Keeper, Qihoo, Tencent oder Threat Track im Test.

Gesamtergebnis Dauertest Security-Suiten von AV-Test: Mit einer guten Leistung erarbeiteten sich die Pakete von Kaspersky Lab und Bitdefender mit etwas Abstand die ersten beiden Ränge. Mit 17,8 Punkten erreichte die Schutz-Suite von Kaspersky Lab fast die Maximal-Marke von 18 Punkten (Bild: AV-Test).
Gesamtergebnis Dauertest Security-Suiten von AV-Test: Mit einer guten Leistung erarbeiteten sich die Pakete von Kaspersky Lab und Bitdefender mit etwas Abstand die ersten beiden Ränge. Mit 17,8 Punkten erreichte die Schutz-Suite von Kaspersky Lab fast die Maximal-Marke von 18 Punkten (Bild: AV-Test).

Punkte gab es jeweils in den Kriterien “Schutzwirkung, Systembelastung und Benutzbarkeit”. Die maximal erreichbare Punktzahl lag bei 18. Das wichtigste Kriterium des Tests war logischerweise die Schutzwirkung. Dabei mussten die Sicherheitsprogramme zuerst ungefähr 60.000 bekannte Schädlinge aus einem “Referenzset” erkennen und insgesamt 400 noch unbekannte Schädlinge (O-Day-Malware).

Bei den neuen Schädlingen schafften es nur die Programme von Bitdefender, F-Secure, Kaspersky Lab, G Data, Trend Micro und Comodo alle 400 Malware-Codes zu erkennen. Pakete von Avira, Microworld und Panda Security schaffen immerhin eine Erkennungsrate von 99 Prozent.

Die genannten Programme waren auch gegen die 60.000 Schädlinge aus dem Referenzset des Labors immun. Keine überzeugende Leistung bot hingegen Microsofts kostenlose Security-Software. Bei den unbekannten Schädlingen lag die Erkennungsrate laut AV-Test bei 74 Prozent, beim Referenzset bei 90 Prozent.

Der Test der Sicherheitsspezialisten zeigt generell, dass Kaufprodukte mehr leisten als die kostenlosen Kandidaten. Nur die kommerziellen Lösungen erreichten Erkennungsraten von 100 Prozent.

Ein Problem beim Einsatz von Security-Software ist auch die von der Software verursachte Systemlast, also, wie sehr die Programme die Performance des PCs ausbremsen. In dieser Kategorie schnitt die Lösung von Kaspersky am besten ab. Es hatte bereits bei der Erkennung Spitzenwerte eingefahren und überzeugte die Tester mit einer sehr geringen Systemlast. AV-Test vergab gleich 5,8 von 6 Punkten. Auch der Konkurrent Bitdefender belastet die Performance des PCs nur sehr wenig (5,5 Punkte). Kritik gefallen lassen musste sich dagegen die Software von Trend Micro, die trotz sehr guter Erkennung laut AV Test das System deutlich stärker beansprucht.

Insgesamt fällt das Fazit der Tester positiv aus. Mit den Produkten von Kaspersky und Bitdefender gibt es mindestens zwei Lösungen, die nicht nur bei der Schutzwirkung, sondern auch bei der Benutzbarkeit exzellent abschneiden und dabei den PC nicht oder kaum ausbremsen. Auch die Kaufversion von Avira und die Software von G Data schnitten sehr gut ab. Die Produkte von F-Secure und Trend Micro glänzten zwar mit exzellenten Erkennungsraten, belasten aber die Systemperformance.

Weniger freundlich fällt das Urteil von AV Test über Microsofts Sicherheitsmodule Windows Defender, Windows Firewall und Security Essentials aus. Als Grundschutz sind sie zwar besser als nichts, doch insgesamt ist die Schutzwirkung “einfach zu schlecht”.

Die Grafik zeigt die Testresultate von AV-Comparatives vom März 2014 (Grafik: AV-Comparatives)
Die Grafik zeigt die Testresultate von AV-Comparatives vom März 2014 (Grafik: AV-Comparatives).

Eine mindestens ebenso ausführlichen Sicherheitstest hat das Testlabor von AV-Comparatives gestartet. Der im März gestartete Langzeittest soll noch bis zum November laufen. Das Testfeld ist fast identisch mit dem von AV-Test. AV-Comparatives konzentriert sich aber etwas stärker auf das, was es “Real-Word Protection Test” nennt. Dabei werden einige zehntausende URLs, die zu infizierten Websites, E-Mails mit Schadcode verseuchten Dateianhang, sowie infizierte Web-Downloads auf die Sicherheitssuiten angesetzt.

Erste Resultate aus dem März zeigen ein ganz ähnliches Bild wie das der Kollegen von AV-Test. Während die kostenlose Basislösung von Microsoft nur einen relativ löchrigen Grundschutz bietet und 88,4 Prozent der Malware erkennt, geben sich Bitdefender und Kaspersky keine Blöße und erreichen fast hundertprozentige Erkennung. Auch Panda Security und Avira erreichten sehr gute Resultate.

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