Daten lassen sich nach Verlust von SD-Karten immer schwerer retten

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Diese Erfahrung haben Spezialisten für Datenrettung gemacht. Ursache sind ein monolithisches Produktdesign und vor allem die von den Herstellern zur Verschlüsselung verwendeten Algorithmen. Insbesondere bei Marktführer SanDisk sei das der Fall.

Für Dienstleister wird es immer schwerer und aufwändiger, nach einem technischen Defekt verloren gegangenen Daten von Speicherkarten zu rekonstruieren. Darauf hat das auf Datenrettung spezialisierte Unternehmen Kuert Datenrettung hingewiesen. Mitbewerber Kroll Ontrack hat den Sachverhalt auf Anfrage von ITespresso in vollem Umfang bestätigt.

Speicherkarte-Kuert-Datenrettung

Als Ursache nennen die beiden Firmen zwei Trends bei der Herstellung von Speicherkarten. Einerseits setzten Hersteller zunehmend auf monolithische Lösungen – das heißt, sie integrieren alle erforderlichen Komponenten einer Speicherkarte, also Speicher-Controller, Nand-Flash Speicher, etc. in einem Chip auf der Karte. Andererseits setzen Hersteller auf immer stärkere interne Hardware-Verschlüsselung.

“Es wird immer wichtiger, dass Kunden sich bereits vor dem Kauf eines Speicherproduktes über die potenziellen Rettungschancen informieren”, sagt Martin Eschenberg, Marketingleiter bei Kuert Datenrettung, “denn es gibt Produkte, bei denen eine Rettungschance relativ gering, bis von vornherein aussichtslos ist.”

Insbesondere SanDisk setze bei seinen SD-Karten der jüngeren Vergangenheit auf ein komplexes, monolithisches Design und auf sehr hohe sowie komplexe interne Hardware-Verschlüsselungen. SanDisk hat auf Anfrage von ITespresso bisher noch keine Stellungnahme dazu abgegeben.

“Ein Problem bei jüngeren SanDisk SD-Karten ist weniger die monolithische Struktur, sondern vielmehr der Einsatz sehr hoher proprietärer Verschlüsselungsalgorithmen. Wer bei der Anschaffung einer Speicherkarte eine hohe Performance sucht, der ist mit SanDisk sicherlich sehr gut bedient. Wer sich jedoch auch im Falle eines Defekts der SanDisk Speicherkarte eine Restchance auf die Rettung seiner Daten erhalten will, der sollte lieber zu Speicherkarten anderer Hersteller greifen”, empfiehlt Eschenberg.

Speicherkarten von weniger bekannten Drittherstellern setzten normalerweise simplere Verschlüsselungen ein und hätten somit grundsätzlich bessere und preiswertere Rettungschancen. “Wenn auf Reisen keine Möglichkeit besteht, die Daten regelmäßig zu sichern, so empfiehlt es sich zwei bis drei Speicherkarten im täglichen Wechsel einzusetzen. Sollte es dann zu einem Datenverlust kommen, sind wenigstens nicht komplett alle, sondern nur ein Teil der Aufnahmen verloren”, so Eschenberg.

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