Pionier der Spintronik bekommt Millennium-Technology-Preis

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Stuart Parkin (Bild:TAF)

Stuart Parkin hat wesentlich zur Entwicklung moderner Festplatten beigetragen. Der Preis wird alle zwei Jahre von der Technology Academy Finland vergeben. Er ist mit über einer Million Euro dotiert. Bisher erhielten ihn der WWW-Vater Tim Berners-Lee und Linus Torvalds.

Der Millennium Technology Prize ist dieses Jahr an den britischen Forscher Stuart Parkin vergeben worden. Parkin ist seit am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik (MPI) in Halle an der Saale tätig. Mit der Verleihung werden die Verdienste des Briten im Bereich Spintronik gewürdigt.

Stuart Parkin (Bild:TAF)
Stuart Parkin erhält für seine Forschung zu Speicherstrukturen den Millennium-Technology-Preis (Bild: TAF)

Parkin zählt zu den bedeutendsten Forschern für Speicherstrukturen und gilt als einer der Väter moderner Festplatten. Seine Entdeckungen sorgen dafür, dass magnetische Laufwerke heute eine tausendfach höhere Kapazität aufweisen, so die Begründung der Akademie. Damit habe Parkin das Tor zur Big-Data-Ära aufgestoßen. Zudem wäre es ohne seine Forschungen nicht möglich, via Internet Bilder oder Filme zu konsumieren.

Stuart Parkin wurde erst diesen Monat für eine Humboldt-Professur an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen. Zuvor forschte er seit 1982 am IBM Almaden Research Center im kalifornischen San Jose. Besonders hervorzuheben ist laut MPI seine Grundlagenforschung zum GMR-Effekt für Leseköpfe von magnetischen Festplatten. Des Weiteren beschäftigte sich Parkin in Stanford unter anderem mit der Entwicklung von dreidimensionalen Speicherstrukturen und an anderen Konzepten, die eine höhere Speicherdichte ermöglichen. So nutzte er beispielsweise den magnetischen Spin von Elektronen, um Informationen zu speichern.

Zu seinem Engagement in Deutschland erklärte der 58-Jährige Brite: “Als ich nach Deutschland zog und mich der Max-Planck-Gesellschaft und der Martin-Luther-Universität anschloss, habe ich das mit einer langfristigen Forschungsperspektive getan, um neue logische Geräte jenseits der Silizium-Technologie zu entwickeln. Wir können uns von der Natur, vom Gehirn inspirieren lassen: Es kann Millionen Mal mehr Rechenoperationen mit deutlich geringerem Energieverbrauch ausführen als heutige Computer.”

Der Millennium-Technology-Preis ist mit einer Million Euro dotiert und wird seit 2004 von der Technology Academy Finland verliehen. Die Initiatoren wollten damit ein Äquivalent zum schwedischen Nobelpreis schaffen, der sich in den Augen der Kritiker zu sehr auf klassische Wissenschaftsfelder konzentriert. “Ich bin extrem glücklich und aufgeregt, dass ich den Millennium Technology Prize gewonnen habe, denn es ist natürlich einer der wichtigsten Preise der Wissenschaftsgemeinschaft”, so Parkin. Der Preis wird ihm am 7. Mai in Helsinki überreicht. Zu den Preisträgern der Vorjahre gehören Tim Berners-Lee, der 2004 als “Erfinder des Web” geehrt wurde, und Linux-Initiator Linus Torvalds.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

Blick in die Festplattenfabrik in Springtown

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Die Festplattenfabrik in Springtown
Der Umkleideraum der Seagate-Festplattenfabrik in Springtwon, in der englischen Grafschaft Derry. Ohne ihn geht aufgrund der empfindlichen Produktionsprozesse hier gar nichts (Bild: Lorcan Doherty).
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