Teamviewer ermöglicht Online-Backup für KMU

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Teamviewer (Grafik: Teamviewer)

Mit dem Airbackup genannten Angebot können Firmen ihre Daten auf den Servern des deutschen Softwarehauses speichern. Eine eigene Backup-Infrastruktur ist nicht notwendig. Mit dem cloudbasierenden Angebot, das ab sofort verfügbar ist, können die Daten beliebig vieler Clients gesichert werden.

Teamviewer, das in erster Linie für seine gleichnamige Fernwartungssoftware bekannt ist, hat mit Airbackup nun ein Angebot für Online-Backup vorgestellt. Es richtet sich im Wesentlichen an kleine und mittlere Unternehmen. “Ohne viel Know-How oder eine eigene Infrastruktur besitzen zu müssen, können Firmen ihre Daten bei uns in der Cloud in einem deutschen Rechenzentrum sichern”, erklärt Constantin Falcoianu, Business Development Manager bei Teamviewer.

TeamViewer-AirBackup
Unternehmen können Airbackup aus dem Hause Teamviewer mit einer Standard- und einer Pro-Lizenz erwerben. Mit der Pro-Lizenz lassen sich zum Beispiel auch Exchange Server und MySQL-Datenbanken sichern und wiederherstellen (Screenshot: Teamviewer).

Der cloudbasierende Backup-Client kann ab sofort auf einer eigens eingerichteten Homepage heruntergeladen und in diesem Rahmen zunächst für einen Zeitraum von 14 Tagen kostenlos getestet werden. Danach können interessierte Unternehmen entweder eine Standard- oder eine Pro-Lizenz kaufen.

Während erstere auf die Sicherung von Dateien, Verzeichnissen und Ordnern sowie Netzwerkfreigaben beschränkt ist, erlaubt letztere zusätzlich ein Backup des Systemstatus, also etwa der Registry-Einträge. Darüber hinaus können mit dieser Lizenz auch MySQL- und Microsoft-SQL-Server-Datenbanken sowie E-Mail-Daten aus dem Microsoft Exchange Server gesichert werden.

Die Standard-Lizenz kostet 59 Euro im Monat. Dafür erhalten Firmen 250 GByte Speicherplatz in der Wolke inklusive. Maximal sind mit dieser Lizenz 2500 GByte für 387 Euro pro Monat auswählbar. Die Pro-Lizenz offeriert mit 500 GByte für monatliche 129 Euro hingegen eine doppelt so große Speicherkapazität. Dies trifft auch auf das erhältliche Datenmaximum (5000 GByte) zu, das für 773 Euro im Monat auf den Teamviewer-Servern in einem Düsseldorfer Rechenzentrum gesichert werden darf. Dafür können Teamviewer zufolge mit beiden Lizenzen Backups von beliebig vielen Clients erstellt werden.

Damit ist die Preisgestaltung durchaus konkurrenzfähig. Der norwegische Sicherheitsanbieter Norman, der sich mit seinem im Herbst vorgestellten Angebot für Online-Backup ebenfalls an KMU richtet, verlangt für seine Kombination aus Sicherungssoftware für den Server und Online-Speicher zum Beispiel ab 632 Euro im Jahr netto (also 52 Euro im Monat) – für lediglich 10 GByte. Bei 15 GByte sind pro Jahr 795 Euro fällig, für 30 GByte 1119 Euro (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer). Wer mehr Daten sichern will, zahlt pro GByte weniger.

Bei Teamviewer wird anfangs zunächst ein Vollbackup der Firmendaten erstellt. Anschließend werden diese nur noch auf Blockebene inkrementell gesichert: “Das bedeutet, dass eine vollständige Wiederherstellung von einer beispielsweise 200 GByte großen MySQL-Datenbankdatei nicht notwendig ist. Innerhalb von Millisekunden werden nur diejenigen Teile der Datei gesichert, die sich gegenüber dem letzten Backup verändert haben”, erklärt Falcoianu das Konzept.

Zuvor komprimiert die Software die zu sichernden Informationen. Unter dem Marketingbegriff “Backupboost-Technologie” fasst Teamviewer hierbei die Komprimierung und Deduplizierung der Daten zusammen. Letztere erfolgt laut dem Göppinger Unternehmen auch bei der Wiederherstellung verloren gegangener Dateien.

Für den Backup-Transfer werden die Daten mittels eines 256 Bit starken AES-Schlüssels chiffriert, der wiederum auf einem vom Nutzer selbst erzeugten sechsstelligen Verschlüsselungscode beruht. Die Chiffrierung erfolgt schon vor der eigentlichen Übertragung des Backups in die Cloud und folglich lokal auf dem Rechner. Neben den eigentlichen Daten wird dabei auch die Übertragung ins Rechenzentrum selbst mittels des SSL-Protokolls verschlüsselt.

Des Weiteren wartet der Airbackup-Client, der sich nach der Installation im Browser öffnen lässt, mit einer Funktion namens Local Speedkick auf. Diese erlaubt es, eine zusätzliche lokale Sicherungskopie des Cloud-Backups zu erstellen, indem sich die Software automatisch mit den Daten in der Wolke synchronisiert. Fällt also beispielsweise die Internetverbindung einmal aus, so lassen sich aus dem Backup-Archiv benötigte Unternehmensdaten unabhängig vom Netz trotzdem abrufen.

Weiterhin erlaubt die Software das Filtern bestimmter Dateitypen, die von der Datensicherung ausgeschlossen werden sollen. Auch das Erstellen eines Zeitplans für das Backup, das Zusenden eines Backup-Berichts per E-Mail oder auch die Begrenzung der Bandbreite, die für die Datensicherung in der Cloud benötigt wird, sidn möglich. Ergänzend zum downloadbaren Client steht zudem der webbasierende Airbackup Manager zur Verfügung. Mit diesem können Unternehmen die für das Backup ausgewählten Clients zentral verwalten und je nach Bedarf gruppieren. Airbackup ist neben den gängigen Windows-Versionen (XP, Vista, 7 und 8) auch zu Microsofts Server-Betriebssystemen Windows Server 2003, 2008, 2008R2 und 2012 sowie zu Mac OS X in der Version 10.6 und neuer kompatibel.

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