Kundentracking via WLAN: Viewsy verspricht Einzelhändlern bessere Geschäfte

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Das britische Start-up nutzt dazu eine eigene Hardware, die kein WLAN aufbaut, sondern lediglich die Verbindungsversuche von Mobilgeräten protokolliert. So vermeidet es auch zahlreiche Probleme mit dem Datenschutz. Außerdem ist dadurch keine aktives Zutun der Kunden – etwa ein Log-in – erforderlich.

Das Thema Hotspot 2.0 wird sich im Laufe des Jahres 2014 immer weiter in den Vordergrund schieben: Neue Technologien bei WLAN erlauben ein dem Mobilfunk vergleichbares Roaming zwischen WLAN-Hotspots. Das ist nicht nur für die wachsende Gemeinde der Smartphone-Nutzer interessant, sondern auch für die Mobilfunkbetreiber und andre Gruppen.

Die Mobilfunker bekommen dadurch die Möglichkeit, einen sogenannten Offload zu machen – also Nutzer statt über das auch für sie teuer auszubauende Mobilfunknetz nach Möglichkeit über WLAN ins Netz zu schicken. Dafür stricken sie derzeit fleißig an Kooperationen oder bauen selbst eifrig ihre WLAN-Struktur aus.

CODE_n14-Awardverleihung an Viewsy
Oliver Frese (CeBIT), Olaf Riedel (EY), Odera Ume-Ezeoke (Viewsy), Chika Mbonu (Viewsy), Khadra Sufi (Moderator), Ulrich Dietz (CEO der GFT Group und Initiator von CODE_n) bei der Übergabe des CODE_n14-Awards (Bild: GFT Group).

Wie Umfragen zeigen ist aber auch zu erwarten, dass sich durch die nahezu allgegenwärtige WLAN-Verfügbarkeit für den Einzelhandel neue Chancen ergeben. Erstens möchten viele Verbraucher ihre Mobilgeräte auch beim Einkaufsbummel nutzen – sei es zum Preisvergleich, der möglicherweise weniger erwünscht ist, oder um sich Zusatzinformationen zu Produkten zu holen. Zweitens bekommen die Einzelhändler durch ständig empfangsbereiten Smartphone aber auch die Möglichkeit, die Bewegungen und das Verhalten ihrer Kunden im Laden nachzuvollziehen und mit den dadurch gewonnenen Erkenntnissen die Gestaltung des Geschäfts – und damit letztendlich auch den Umsatz – zu optimieren.

Das aus London stammende Start-up Viewsy hat allerdings schon heute eine Lösung für genau diesen Ansatz. Dafür wurde es vergangenen Woche auf der im Rahmen der CeBIT in Hannover abgehaltenen Start-up-Wettbewerb CODE_n als Gewinner ausgezeichnet – und erhielt das Preisgeld von 30.000 Euro. Mit ihrem Konzept setzte es sich gegen 50 Mitbewerber aus 17 Ländern durch, die im Rahmen des Wettbewerbs Geschäftsmodelle rund um das Thema Big Data vorstellten.

In-Store-Technologien PwC-Multichannel-Studie 2013
Ergebnisse der im Februar vorgelegten PwC Multichannel-Studie zu In-Store-Technologien aus Kundensicht (Grafik: PwC).

Viewsy gibt Einzelhändlern die Möglichkeit, das Verhalten ihrer Kunden besser zu verstehen, erlaubt aber Rückschlüsse auf die Identität einzelner Personen bewusst nicht, sondern erfasst sämtliche Daten anonymisiert. Wer beim Einkaufen nicht analysiert werden möchte, braucht nur die WLAN-Verbindung seines Smartphones auszuschalten.

Für den Ansatz ist der Einzelne auch nicht wichtig, es geht vielmehr darum zu sehen, wie das Ladengeschäft bei der Mehrheit der Kunden ankommt. Dabei lassen sich Fragen danach beantworten, wie lange sie durchschnittlich im Laden verweilen, welche Bereiche sie besonders häufig aufsuchen oder wie regelmäßig sie in das Geschäft kommen.

Ein Vorteil des Konzeptes von Viewsy gegenüber den im Zusammenhang mit Hotspot 2.0 diskutierten Entwürfen ist, dass sich Nutzer keiner Zeit in ein WLAN einloggen müssen. Zwar ist Kern der Lösung eine Analysesoftware, aber die setzt auf den Daten auf, die von einer im Laden zu installierenden Hardware geliefert werden. Die baut selbst allerdings kein eigenes WLAN auf, sondern erfasst lediglich das Signal der nach WLANs suchenden Mobilgeräte. Im Videointerview mit ITespresso erklärt Carl Pratt von Viewsy das Konzept näher.




Carl Pratt von Viewsy zu Mehrwerten für den Einzelhandel durch WLAN-basierendes Kundentracking

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