Niederlande erlaubt als erstes Land SIM-Karten ohne Carrier-Bindung

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SIM-Karten (Bild: Shutterstock/chere)

Die dafür erforderliche Änderung im Fernmeldegesetz wurde jetzt beschlossen. Hersteller können nun eine virtuelle SIM-Karte in ihre Geräte integrieren, was den schnellen Wechsel zwischen Anbietern erlaubt. Auch für Anwendungen im “Internet der Dinge” ist die Gesetzesänderung ein wichtiger Schritt.

Nach einer Gesetzesänderung ist in den Niederlanden nun der Weg für Carrier-freie SIM-Karten geebnet. Durch die Änderung im Fernmeldegesetz sind Verbraucher in den Niederlande künftig nicht mehr aufgrund ihrer SIM-Karte an einen bestimmten Mobilfunkanbieter gebunden. Die Niederlande sind damit das erste Land, das Carrier-unabhängige SIM-Karten legalisiert.

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Die Gesetzesänderung ist auch für Telefonersteller interessant. Sie müssen künftig keine Verträge mehr den Carriern abschließen, um sicher zu gehen, dass die in Verkehr gebrachten Geräte Zugang zum Mobilfunknetz bekommen. Außerdem können sie nun eine SIM-Karte fest in ihre Geräte integrieren und es dem Kunden überlassen, bei welchem Mobilfunkanbieter er diese nutzt. Geräte mit Providerbindung durch ein SIM-Lock würden damit endgültig der Vergangenheit angehören.

Apple arbeitet mit dem niederländischen Unternehmen Gemalto seit 2010 an einer Provider-unabhängigen SIM-Karte. Beim US Patent and Trademark Office hat der US-Konzern im November 2010 ein Schutzrecht für eine virtuelle SIM-Card beantragt. Allerdings hatten Apples Bemühungen in dem Bereich bisher keine Auswirkungen in der Praxis.

Ein Vorteil einer fest integrierten, virtuellen SIM-Karte ist, dass Hersteller keinen Platz mehr für einen SIM-Karteneinschub vorsehen müssen. Zum anderem können Nutzer ohne Kartentausch schnell zwischen Diensten unterschiedlicher Provider wechseln. Auf Reisen ins Ausland ließe sich so beispielsweise ein Datenvolumen buchen, ohne eine neue Karte beim örtlichen Anbieter kaufen zu müssen.

Eine Carrier-freie SIM-Karte dürfte sich auch positiv auf die Entwicklung des “Internet der Dinge” auswirken, also internetfähige Elektronikgeräte jenseits von PCs, Tablets und Telefonen. Dazu zählen etwa Wearables, Autos und Heimelektronik. Bis zur Einführung virtueller SIM-Karten sind aber noch einige technische Probleme zu lösen. Außerdem müssten sich zunächst andere Staaten am Beispiel der Niederlande orientieren und von Carriern unabhängige SIM-Karten gesetzlich erlauben.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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