EU-weite Abschaffung von Roaminggebühren hat nächste Hürde genommen

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EU (Bild: Shutterstock)

Der Industrieausschuss des Europäischen Parlaments hat sich jetzt dafür ausgesprochen. Jetzt fehlt noch die Zustimmung des Europaparlaments und des EU-Ministerrats. Das Parlament befasst sich am 3. April mit dem Thema. Mit einer abschließenden Entscheidung der Mitgliedsstaaten rechnet EU-Kommissarin Neelie Kroes spätestens Ende 2014.

Die Abschaffung der Roaminggebühren in der EU hat im Industrieausschuss des Europäischen Parlaments eien Merhheit gefunden. Die Abgeordneten haben scih dafür ausgesprochen, dass Verbraucher ab dem 15. Dezember 2015 keine Aufschläge für im Ausland getätigte und empfangene Anrufe mehr zahlen müssen.

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Neelie Kroes, Vizepräsidentin der EU-Kommission, hat das Abstimmungsergebnis begrüßt: “Damit wird ein dynamischer, gesunder und wettbewerbsfähiger Telekommunikationssektor sichergestellt, der bereit ist für die Zukunft. Es geht aber auch darum, europäische Firmen mit den Werkzeugen und Netzwerken auszustatten, die sie für Innovationen und Wachstum brauchen. Und jeder europäische Bürger soll die nahtlose Konnektivität erhalten, die er braucht – ohne unfaire Praktiken wie gesperrte Dienste oder Roaminggebühren.”

Nun müssen allerdings noch das Plenum des EU-Parlaments und der Ministerrat dem Entwurf zustimmen. Das EU-Parlament wird sich am 3. April mit dem Thema befassen. Kroes zufolge soll eine abschließende Entscheidung der Mitgliedstaaten bis Ende 2014 vorliegen.

Einer im Februar veröffentlichten EU-Studie zufolge, verzichtet die Hälfte der Verbraucher im Ausland wegen der Zusatzkosten auf die Nutzung des mobilen Internets. Die EU schätzt, dass Mobilfunkprovidern so 300 Millionen Kunden entgehen. Roaminggebühren sollen auch negative Auswirkungen auf App-Entwickler sowie weitere Bereiche wie Bildung, Automotive und Mobile E-Commerce haben.

Die bisherigen Preissenkungen haben laut EU beim Datenroaming seit 2008 zu einem “atemberaubenden EU-weiten Zuwachs um 1500 Prozent” geführt. Die Endkundenpreise für Anrufe und SMS seien seitdem um 80 Prozent gesunken und das Datenroaming sei heute sogar um 91 Prozent billiger. Die Telekommunikationsfirmen sahen das bislang anders: Sie argumentierten stets, dass die Einnahmen aus den Roaminggebühren erforderlich seien, um die Netzinfrastruktur auszubauen.

Kroes hatte die europäischen Mobilfunkanbieter jedoch schon im vergangenen Jahr aufgefordert, sich auf die Abschaffung von Roaminggebühren einzustellen und neue Geschäftsmodelle und Gelegenheiten zu nutzen, statt an ihren veralteten Einnahmequellen festzuhalten. Die weitgehende Abschaffung der Roamingaufschläge in Frankreich habe ihrer Ansicht nach gezeigt, dass die Provider durchaus Tarife anbieten könnten, die überall in der EU ein Telefonieren zum gleichen Preis ermöglichen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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