CeBIT: Deutsche Telekom stellt neue Mittelstandsinitiative vor

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Mit einem Partnernetzwerk sowie einem neuen standardisierten Angebot will der Bonner Konzern Mittelstandskunden hinzugewinnen. Großkundenlösungen sollen durch die Standardisierung auch für kleine und mittlere Unternehmen bezahlbar werden.

Die Deutsche Telekom hat auf der CeBIT in Hannover eine neue Mittelstandsinitiative angekündigt. Unter der Leitung von Timotheus Höttges will der Telekommunikationskonzern mit Hilfe neuer Angebote in den kommenden vier Jahren ein Umsatzplus von 600 Millionen Euro erwirtschaften. Zu diesem Zweck plant die Telekom nicht nur ein neues Angebotsportfolio, sondern auch die Einführung eines erweiterten Partnerprogramms.

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Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Telekom, will den TK-Konzern jetzt als “Partner des Mittelstandes” positionieren (Bild: Telekom).

Angebote aus den Telekommunikations- und IT-Segmenten, welche bisher nur durch Großkunden genutzt werden konnten, sollen in Zukunft auch für mittelständische Firmen erschwinglich werden. Daher will die Telekom ihre Anwendungen standardisieren und auf diese Weise auch den kleineren Unternehmen preislich schmackhaft machen. Die Initiative reicht dabei vom gehobenen Mittelstand bis hin zu regionalen Handwerksbetrieben. Vor allem Cloud-Dienste sollen bei der neuen Produktoffensive von Bedeutung sein, wie es in einer Telekom-Mitteilung heißt.

“Jedes Unternehmen, ob groß, ob klein, muss in die Digitalisierung seiner Geschäftsmodelle investieren, um im digitalen Zeitalter Schritt zu halten. Wer die Chancen nutzen will, muss ein immer breiteres Technologiespektrum von Cloud Services bis Datensicherheit beherrschen”, erklärt Reinhard Clemens, Vorstandsmitglied bei der Telekom-Tochter T-Systems. Hohe Investitionskosten oder erhöhter Personalbedarf sollen den Kunden dabei jedoch nicht entstehen. Durch die Cloud könnten dann auch kleine und mittelständische Unternehmen Anwendungen von Anbietern wie SAP oder VMware beziehen.

Zudem wolle die Telekom künftig auch eine Cloud-basierende Verwaltung des mittelständischen PC-Arbeitsplatzes offerieren. Damit sollen Wartungs- und Lizenzkosten eingespart werden und den Mitarbeitern flexibles Arbeiten auf mobilen Endgeräten ermöglicht werden. Nach eigener Aussage übernimmt der Bonner Konzern hierfür die volle Ende-zu-Ende-Verantwortung – und zwar ausgehend von deutschen Rechenzentren. Hierdurch sollen Zugriffsschutz und Datensicherheit gewährleistet werden.

Darüber hinaus spielt ein starkes Partnernetzwerk im Cloud-Zeitalter gleichermaßen eine große Rolle für das mittelständische Geschäft. Auch in diesem Bereich will sich die Telekom entsprechend positionieren und kündigt daher ein neues Netzwerk – bestehend aus regionalen Systemhäusern – an. Diese sollen Mittelständler im Auftrag des Konzerns beraten, Telekom-IT-Lösungen vertreiben und vor Ort installieren. Vorgesehen ist, dass das Netzwerk bis Ende 2018 etwa 30 Partner umfasst. Zu den ersten Mitgliedern des Netzes zählen Isec7, Spirit/21, Synergy Systems, Unilab sowie DMRZ (Deutsches Mittelstands Rechenzentrum).

“Wir wollen der Partner für den deutschen Mittelstand sein. Das gilt für unsere TK-Leistungen, künftig aber vor allem für unsere IT- und Cloud-Services – made in Germany”, erklärt Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied Telekom Deutschland. Die Mittelstandsinitiative soll langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstandes sicher.

Freilich will die Telekom mit ihrer Initiative auch neue Umsätze erschließen. Dem Branchenverband BITKOM zufolge sollen die Investitionen des Mittelstands in Informations- und Kommunikationstechnologie bis 2018 um fast drei Milliarden auf 23,8 Milliarden Euro steigen.

Das Telekommunikationssegment wird nach BITKOM-Angaben wohl zwar stagnieren, für den IT-Marktanteil rechnet der ITK-Bundesverband jedoch mit einem Wachstum von jährlich 5,3 Prozent. Im Bereich der Cloud-Dienste wird in derselben Zeitspanne sogar ein Umsatzplus von bis zu 33 Prozent erwartet.

“Dieses Wachstum wollen wir nutzen und ein Umsatzplus bei kleinen und mittleren Geschäftskunden bis 2018 von 600 Millionen Euro erwirtschaften”, so van Damme. Aktuell beträgt der IT-Umsatzanteil der Telekom rund vier Prozent des gesamten Konzernumsatzes.

Dies soll sich in den kommenden Jahren aber offenbar ändern. Nachdem T-Systems bereits bei einigen internationalen Großkunden vertreten ist, will sich die Telekom diese Erfahrungen jetzt auch im Mittelstand zunutze machen. Das Bonner Unternehmen präsentiert seine neuen Produkte und Dienstleistungen vom 10. bis 14. März auf der CeBIT – in Halle 4, Stand C26.

[mit Material von Martin Schindler, Silicon.de]

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