Mozillas mozjpeg verkleinert JPEG-Dateien um zehn Prozent

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Logo Mozilla (Grafik: Mozilla)

Mozjpeg arbeitet Mozilla zufolge bei der Komprimierung ohne Qualitätsverlust. Darüber hinaus soll eine hohe Kompatibilität zu anderen JPEG-Decodern bestehen. Auch Bilder im PNG-Format kann der Encoder verbessern.

Mozilla entwickelt für das mehrere Jahrzehnte alte Bilddateiformat JPEG einen neuen Encoder. JPEG-Bilder sollen sich mit mozjpeg ohne Qualitätsverlust verkleinern lassen. Mozilla verspricht zudem, dass die Kompatibilität erhalten bleibt.

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Mit kleineren Bilddateien können Websites schneller geladen werden. “Fotos können leicht für den größten Teil des Traffics beim Laden einer Seite verantwortlich sein”, schreibt Josh Aas, Senior Technology Strategist bei Mozilla. “Die Reduzierung der Größe dieser Dateien ist ein einleuchtendes Ziel für eine Optimierung.”

Das bereits bestehende Open-Source-Tool “libjpeg-turbo” will Mozilla im Lauf des Projekts verbessern. Es wird für die Erstellung von JPEG-Dateien verwendet. Das Unternehmen hat dafür ein Tool mit dem Namen “jpgcrush” entwickelt. Dieses soll die optimalen Kompressionseinstellungen auswählen, die die Bildqualität nicht negativ beeinflussen.

Mozilla hat mozjpeg an 1500 Bildern getestet, die auf Wikimedia gehostet werden. Dabei reduzierte der Encoder die Dateigröße um bis zu zehn Prozent. Auch PNG-Bilder soll er optimieren können. Mozilla zufolge kann er diese um zwei bis sechs Prozent komprimieren.

Google arbeitet ebenfalls an Konzepten, um die Geschwindigkeit im Web zu erhöhen. Dafür hat es unter anderem das völlig neue Grafikformat WebP entwickelt. Facebook zum Beispiel unterstützt es bereits. Dahingegen lehnt es Mozilla bislang ab. “Wir sind nicht davon überzeugt, dass WebP 40 Prozent besser ist als JPEG”, sagte Mozilla-Sprecher Justin O’Kelly mit Bezug auf eine von Mozilla 2013 durchgeführte Analyse des WebP-Formats.

Aas ergänzt, dass es aufgrund der hohen Verbreitung lohnenswert sei, speziell das JPEG-Format zu verbessern. “Der Nachteil einer Abkehr von JPEG ist, dass es über mehrere Jahre nur wenig Kompatibilität zur weltweit gebräuchlichen Software gäbe. Wir glauben nicht, dass Verbesserungen des Algorithmus das schon bald rechtfertigen. Selbst nachdem eine Umstellung tatsächlich begonnen hat, wird JPEG weiterhin gebräuchlich sein.”

Version 1.0 von mozipeg steht ab sofort zum Download bereit. Mozilla entwickelt sie jedoch noch weiter. Geplant ist unter anderem eine Implementierung der Trellis-Quantisierung.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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