Verbraucherschutz: EU will In-App-Käufe reglementieren

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Apps auf Smartphone (Bild: Shutterstock / Oleksiy Mark)

Die Kommission bemängelt unter anderem kostenlos verteilte Spiele, die Kinder im Verlauf des Spiels zu In-App-Käufen verleiten. Offenbar liegen der EU Beschwerden aus allen mitgliedsländern vor. Die Behörden wollen nun von Firmen wie Apple und Google konkrete Lösungsvorschläge haben.

Die Europäische Kommission stört sich daran, dass viele Apps kostenlos zur Isnatllation zur Verfügung stehende Apps, Nutzern erst durch In-App-Käufe Zugriff auf bestimmte Inhalte und Funktionen gewähren. Verbrauchern sei oft nicht bewusst, dass die Erweiterungen kostenpflichtig seien, da ihre Kreditkarte automatisch belastet werde. Zu dem Themenkomplex führt die EU derzeit Gespräche mit Branchenvertretern, darunter auch Apple und Google. Anlaß sind offenbar Beschwerden aus der gesamten EU.

Die EU-Kommission kritisiert die derzeiit gängige Praxis der Funktionserweiterung durch In-App-Käufe bei kostenlos angebotenen Apps.

Wie die “einschlägigen Verbraucherschutzregeln” auf In-App-Käufe angewandt werden können, soll nun auf einer Konferenz, an der Branchenvertretern und Verbraucherschutzorganisationen teilnehmen, geklärt werden. Die Kommission fordert unter anderem, dass Spiele, die kostenlos angeboten werden, die wahren Kosten nicht verschleiern dürfen. Zudem dürften Kinder nicht dazu verleitet werden, Produkte zu kaufen, oder einen Erwachsenen dazu zu bringen, diese für sie zu kaufen. Wie das in der Praxis geregelt werden soll, ist allerdings noch unklar.

Nach Ansicht der EU müssen die App-Entwickler ihre Kunden zumindest besser über die Zahlungsmodalitäten informieren. Die automatische Abbuchung per Voreinstellung ohne ausdrückliche Zustimmung des Verbrauchers hält man in Brüssel jedenfalls nicht für ausreichend. Des Weiteren sollen Händler eine E-Mail-Adresse angeben, damit Verbraucher sie bei Fragen oder Beschwerden kontaktieren können.

“Nationale Durchsetzungsbehörden und die Europäische Kommission diskutieren mit der Branche, wie sich dieses Problem lösen lässt, das nicht nur finanzielle Schäden für Verbraucher verursacht, sondern auch die Glaubwürdigkeit dieses vielversprechenden Markts in Frage stellt. Konkrete – und rasche – Lösungen werden allen Seiten zugutekommen”, wird Neven Minca, EU-Kommissar für Verbraucherpolitik, in einer Pressemitteilung zitiert.

“Irreführung der Verbraucher ist definitiv nicht das richtige Geschäftsmodell, und sie widerspricht dem Geist der EU-Vorschriften zum Verbraucherschutz”, ergänzt die für Justiz zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. “Die EU erwartet sehr konkrete Antworten der App-Industrie auf die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger und nationaler Verbraucherorganisationen.”

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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