Mozilla plant Low-End-Smartphones mit Firefox OS

MobileMobilfunkSmartphone
Ein von Mozilla auf dem MWC 2014 gezeigtes Smartphone mit Firefox Ein von Mozilla auf dem MWC gezeigtes Low-End-Smartphone mit Firefox OS (Bild: CNET).

Die auf dem MWC vorgestellten Geräte sollen 25 Dollar kosten. Mozilla will damit stark wachsende Märkte in Ländern wie Indien und Indonesien bedienen. Die Telefone sollen eine Alternative zu den bisher dort am weitesten verbreiteten Feature Phones darstellen.

Auf dem heute in Barcelona gestarteten Mobile World Congress (MWC) hat Mozilla eine Kooperation mit dem chinesischen Chip-Designer Spreadtrum Communications angekündigt. Die Unternehmen planen gemeinsam die Entwicklung besonders günstiger Smartphones, auf denen Firefox OS laufen soll. Es ist vorgesehen, dass sie in stark wachsende Märkten in Ländern wie Indien und Indonesien verkauft werden. Dort kann sich der Großteil der Menschen keine teuren High-End-Geräte von Apple oder Android-Anbietern leisten.

firefox-os-smartphone-800
Ein von Mozilla auf dem MWC gezeigtes Smartphone mit Firefox OS (Bild: CNET).

“Wir arbeiten mit ihnen daran, die 50-Dollar-Marke zu durchbrechen, was schwierig ist”, sagte Mozilla-CTO Brendan Eich. Die günstigen Firefox-OS-Modelle seien für eine Reihe Vertriebskanäle in Asien vorgesehen. Mobilfunkanbieter, die den Vertrieb in anderen Teilen der Welt bestimmen, sollen dabei ausgeklammert werden.

Zu den Unternehmen, die die Smartphones produzieren und bewerben wollen, zählt etwa die indonesische Firma Polytron. Die indonesischen Netzbetreiber Indosat und Telkomsel planen ebenfalls den Vertrieb solcher Geräte.

“Dieser Preispunkt ist für Google und selbst für die günstigsten Android-Smartphone-Hersteller außer Reichweite. Er bringt Firefox OS in den Bereich von Feature Phones, was eventuell den Anfang vom Ende dieser Kategorie kennzeichnet”, bemerkt Ovum-Analyst Nick Dillon.

Die Firefox-Smartphones dürften für die Nutzer aktueller iOS- und Android-Modelle zu klein, zu leistungsschwach und in ihrer Funktion zu limitiert sein. Mozilla-Chefin Mitchell Baker hob hervor, dass die Telefone nach anderen Kriterien zu bewerten seien: “Stellen Sie sich vor, das Telefon in ihrer Tasche ist ein Feature Phone. Stellen Sie sich vor, dass es bei dessen Kauf auf jeden Euro ankommt”, sagte sie auf einer Pressekonferenz. Angesichts “der Reichhaltigkeit und Kraft, die wir diesem Markt bieten können, wären Sie überrascht. Dann stellen Sie sich vor, was wir von dort aus noch erreichen können.”

Mit der mit Firefox OS verfolgten Low-End-Strategie hat Mozilla eine Marktnische gefunden. Die ersten Smartphones mit dem browserbasierenden Mobilbetriebssystem feierten ihre Premiere in Ländern wie Ungarn, Venezuela, Kolumbien, Brasilien und Griechenland. Die Non-Profit-Organisation verspricht sich von Firefox OS, dass es die Barrieren einreißt, die zum Beispiel Nutzer von iOS und Android in einem Ökosystem aus Hardware, OS, App Store, Services, Inhalten und Apps zwingen.

Mozillas Partner zeigen auf dem MWC einige neue Smartphones mit Firefox OS. ZTE präsentiert etwa die Telefone Open C und Open II, während Alcatel die Geräte One Touch Fire S, Fire E und Fire C vorstellt. Darüber hinaus bringt Alcatel sein erstes Tablet mit Firefox-OS auf den Markt. Zudem konnte Mozilla in Barcelona mit Huawei einen neuen Partner für sein Mobilbetriebssystem präsentieren. Der chinesische Anbieter will mit dem Y300 ein 4-Zoll-Smartphone mit Dual-Core-Prozessor, 512 MByte Arbeitsspeicher sowie einer 5-Megapixel-Kamera offerieren.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Tipp: Was wissen Sie über den Mobile World Congress? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen