Google-Smartphone Project Tango scannt Umgebung in 3D

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200 Prototypen hat Google von Project Tango produziert. Diese will es an professionelle Entwickler verteilen. (Screenshot: YoutTube-Video "Say hello to Project Tango! ")

Über 250.000 räumliche Messungen nimmt das Smartphone pro Sekunde vor und errechnet daraus ein 3D-Modell. Google hat 200 Prototypen produziert, um unterschiedliche Nutzungsszenarien auszuprobieren. Professionelle Entwickler mit Ideen für einen praktischen Gebrauch erhalten von Google ein Gerät.

Google hat einen Smartphone-Prototyp mit spezieller Hardware entwickelt, der 3D-Kartierungen vornehmen kann. Die Forschungsabteilung ATAP (Advanced Technology and Projects) ist für die Durchführung von Project Tango verantwortlich. Sie gehörte ehemals zu Motorola Mobility, wird aber nicht mit an Lenovo verkauft. Mit dem Projekt sollen “Mobilgeräte ein für Menschen typisches Verständnis von Raum und Bewegung” erhalten.

200 Prototypen hat Google von Project Tango produziert. Diese will es an professionelle Entwickler verteilen (Screenshot: Youtube-Video "Say hello to Project Tango!")
200 Prototypen hat Google von Project Tango produziert. Diese will es an professionelle Entwickler verteilen (Screenshot: Youtube-Video “Say hello to Project Tango!”)

Als Betriebssystem nutzt Project Tango Android. Neben der Kamera verfügt das Telefon über zusätzliche Sensoren für Bewegungs- und Tiefenerkennung. Über 250.000 räumliche Messungen pro Sekunde nimmt das System so vor. Aus diesen errechnet es ein 3D-Modell des ihn umgebenden Raums. Eigene Bildverarbeitungsprozessoren sind zur Verarbeitung der enormen Menge an Messdaten verbaut.

Zahlreiche Partner haben den Prototyp mitentwickelt. “Im vergangenen Jahr haben wir zusammen mit Universitäten, Forschungslaboren und Industriepartnern in neun Ländern rund um die Welt daran gearbeitet, die Forschungsergebnisse des letzten Jahrzehnts in Robotik und Bilderkennung zusammenzuführen und diese Technologie in einem einzigartigen Mobiltelefon zu konzentrieren”, erklärt ATAP-Projektleiter Johnny Lee.

Android-Anwendungen, die mit Java, C/C++ oder der Unity Game Machine geschrieben sind, erhalten von Entwickler-APIs Daten über Position, Tiefe und Orientierung. Google zufolge befindet sich das Gerät in einem experimentellen Status und ist nur für “abenteuerlustige” Anwender geeignet. “Wir suchen daher professionelle Entwickler, die davon träumen, mehr als nur eine Touchscreen-App zu entwickeln.”

Einige der 200 produzierten Prototypen hat Google an Projekte wie Kartierung und Navigation innerhalb von Gebäuden oder auch für die Entwicklung von Spielen, die den umgebenen Raum nutzen, abgegeben. Die weiteren Geräte behält Google für “Anwendungen, an die wir noch nicht gedacht haben”. Geplant ist es, diese an interessierte Entwickler weiterzugeben -vorausgesetzt, deren Ideen gefallen den Google-Mitarbeitern. Allerdings schränkt die die US-Kommunikationsaufsicht FCC die Verteilung aus regulatorischen Gründen ein. Die Prototypen können nur an eingetragenen Firmen oder Institutionen versandt werden. Bis zum 14. März soll die Auslieferung aller Geräte erfolgen.



Google stellt das Smartphone “Project Tango” vor.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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