Sophos kauft Mitbewerber Cyberoam Technologies

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Das britische Unternehmen verstärkt sich damit erstmal substanziell mit Know-how, das nicht aus Europa stammt. Cyberoam ist in erster Linie im Heimatmarkt Indien sowie im Nahen Osten erfolgreich. Marktbeobachter haben es vor allem für seine Technologie im Bereich Unified Threat Management für den Mittelstand gelobt.

Sophos übernimmt den indischen IT-Scecurity-Anbieter Cyberoam Technologies. Zu finanziellen Details der Transaktion haben die Beteiligten keine Angaben gemacht. Cyberoam wurde 1999 in Ahmedabad in Indien gegründet. Die Appliances für Unified Threat Management (UTM) und die Next Generation Firewalls basieren ebenso wie das Sophos-Angebot im Bereich UTM auf einer Intel-Architektur. Zusammen kommen Cyberoam und Sophos nun auf mehr als 2200 Mitarbeiter, von denen mehr als 350 im Bereich Forschung und Entwicklung aktiv sind.

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Die Marktforscher von Gartner haben beide Firmen in ihrer Analyse des Marktes für UTM-Produkte im Juli 2013 denkbar knapp nebeneinander positioniert. Sie lassen darin in der Einschätzung aus technologischer Sicht Firmen wie Cisco und Juniper deutlich hinter sich und liegen mit Spezialisten wie Watchguard und Dell (Sonicwall) nahezu gleichauf.

Allerdings mangelte es nach Einschätzung von Gartner sowohl Sophos als auch Cyberoam teilweise an der Fähigkeit, die Produkte im Markt zu positionieren und weltweit zu vertreiben – hier hatten nach Einschätzung der Analysten sowohl Dell als auch Watchguard, Check Point und vor allem Fortinet einiges voraus.

Das könnte sich nach der Übernahme nun ändern. Zum einen bekommt Sophos so Zugriff auf die von Cyberoam entwickelten Technologien und will zum anderen wohl auch die rund 550 Mitarbeiter in die eigene Organisation integrieren. Zum anderen ergänzen sich die bisherigen Vertriebsaktivitäten gut: Während Sophos vor allem in Europa und etwas weniger ausgeprägt in Nordamerika aktiv war, hat sich Cyberoam im Heimatmarkt Indien sowie in Afrika und dem Nahen Osten gut entwickelt. Das Unternehmen kann eigenen Angaben zufolge auf über 65.000 Kunden verweisen und arbeitet mit fast 5500 Vertriebspartnern zusammen.

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In Gartners aktuellster Betrachtung des Marktes für UTM-Produkte liegen Sophos und Cyberoam gleichauf im Verfolgerfeld. Nach der Übernahme ist zu erwarten, dass sie zu Watchguard und Dell zumindest aufschließen (Grafik: Gartner).

In die gemeinsame Zukunft bringt Cyberoam technologisch offenbar vor allem Fähigkeiten im Bereich Applikationskontrolle, der Durchsetzung nutzerbasierter Netzwerk-Richtlinien sowie Wissen bei der Entwicklung von Next Generation Firewalls und dem Schutz vor komplexen Bedrohungen, sogenannter Advanced Threats, ein. Sophos kann neben seinem Hintergrund im Antiviren-Geschäft auch mit der mit dem deutschen Anbieter erworbenen Verschlüsselungstechnologie aufwarten – ein Bereich, in dem andere Mitbewerber weniger stark sind.

“Sophos und Cyberoam bilden das perfekte Gewinnerteam zur richtigen Zeit, mit den richtigen Produkten und in den richtigen Märkten”, so Sophos-CEO Kris Hagerman. “Die Übernahme ist ein Meilenstein in unserer Wachstumsstrategie und stärkt unsere Präsenz in den Bereichen UTM, Advanced Threat Protection (ATP), Wireless sowie Next Generation Firewall – Segmente, die allesamt zu den am schnellsten wachsenden Märkten im IT-Bereich gehören.

Laut Gartner wurden im Markt für UTM-Produkte 2012 rund 1,53 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Das entsprach einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von fast 19 Prozent. Die Analysten gingen in ihrer Marktanalyse im Sommer vergangenen Jahres davon aus, dass das Segment bis 2018 zwar nicht mehr ganz so flott weiterwächst, aber mit einem durchschnittlichen, jährlichen Wachstum von rund 15 Prozent noch immer deutlich über anderen Bereichen des Security-Marktes liegt. Ihrer Ansicht trägt dazu einerseits bei, dass es immer mehr kleine und mittelständische Firmen gibt, die entsprechende Produkte nachfragen. Andererseits stünde bis 2018 die Erneuerung zahlreicher UTM-Installationen der ersten Jahre an – insbesondere in Nordamerika und Westeuropa.

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