Lufthansa erlaubt Mobilfunknutzung auch auf Langstreckenflügen

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Lufthansa Flugzeug (Bild: Lufthansa Group / Rolf Bewersdorf)

In einem ersten Schritt gilt das für Flüge von München und Frankfurt nach Nordamerika und in den Mittleren Osten. Gespräche bleiben verboten, erlaubt sind lediglich SMS, MMS und Datendienste. Das Unternehmen nutzt damit die Freiheiten durch neue Regelungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA).

Lufthansa wird in Kürze auf Flügen von Frankfurt und München nach Nordamerika und zu Zielen im Mittleren Osten die Verwendung von Mobiltelefonen von für den Versand von SMS und die Datenübertragung erlauben. Telefongespräche bleiben allerdings verboten und die Geräte müssen weiterhin stumm geschaltet werden. Die erforderlichen technischen Vorbereitungen für die ersten acht Maschinen der Gesellschaft sind bereits abgeschlossen, weitere sollen folgen. Und auch bei Mittelstreckenflügen bereitet die Fluggesellschaft die WLAN-Nutzung vor.

Lufthansa erlaubt Mobilfunknutzung auch auf ausgewählten Langstreckenflügen
Lufthansa erlaubt Mobilfunknutzung auch auf ausgewählten Langstreckenflügen (Bild: Lufthansa Group/ John Crozier).

Für die Nutzung fallen Roaming-Gebühren an. Die Abwicklung übernimmt für Lufthansa Aeromobile, das wiederum 240 national agierende Funknetzpartner vorweisen kann. In Deutschland sind dies T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2.

Die Einführung der Mobilfunkunterstützung hatte die Lufthansa lange geplant, dabei aber auch stets betont, das Gesprächsverbot aufrechterhalten zu wollen. Telefonate sind auf Lufthansa-Flügen weiterhin nur mit fest installierten Satellitentelefonen möglich. Daneben gibt es die Möglichkeit, per WLAN auf eine Satelliten-Datenverbindung zuzugreifen. Dabei setzt Lufthansa auf das Angebot Connexion von Boeing.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hatte im Dezember neue Regelungen für die Nutzung elektronischer Geräte durch Flugpassagiere vorgelegt. Der Behörde zufolge können Smartphones, Tablets und E-Reader im sogenannten Flugmodus – also bei ausgeschalteter WLAN- und Mobilfunkverbindung – während des gesamten Flugs risikolos genutzt werden.

Bisher mussten sie EU-Vorgaben zufolge auf dem Rollfeld sowie bei Start und Landung vollkommen ausgeschaltet sein. Netzverbindungen sind der EU jedoch nach wie vor “nur in speziell für die Netzanbindung ausgelegten Flugzeugen zulässig”. Passagiere erhalten dabei keine direkte Verbindung zum herkömmlichen Netz, sondern zu einem sicherheitszertifizierten Bordsystem.

Andere Fluggesellschaften sind schon lange deutlich weiter als die Lufthansa, wie eine Übersicht von ITespresso vom Sommer 2012 zeigt. Und weitere rücken nach: Beispielswiese testet Condor die Nutzung von WLAN an Bord seiner Flugzeuge.

Weiterreichende Möglichkeiten sind in absehbarer Zeit zu erwarten, denn die EU will die Regeln für die Nutzung von Funkverbindungen in Flugzeugen weiter lockern. “Meine Bitte um Überprüfung der Leitlinien stützt sich auf einen klaren Grundsatz: Was nicht sicher ist, sollte auch nicht erlaubt sein, aber was sicher ist, darf im Rahmen von Vorschriften benutzt werden”, erklärte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas im vergangenen Jahr in einer Pressemitteilung. Er hat die EASA jedoch gleichzeitig aufgefordert, ihre Sicherheitsprüfungen zu beschleunigen. Eine neue Richtlinie wird in den kommenden Monaten erwartet.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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