HP geizt künftig mit Firmware-Updates für ProLiant-Server

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HP (Bild: Hewlett-Packard)

Aktualisierungen für die Produktreihe setzen ab 19. Februar eine gültige Garantie oder einen Service-Vertrag voraus. Kunden sehen erhebliche Kosten durch Neuanschaffungen oder Service-Verträge auf sich zukommen. Außerdem bezeichnen sie den Großteil der Updates als Korrekturen, für die sie nicht bezahlen wollen.

Firmware-Updates für sein ProLiant-Server will laut Hewlett-Packard künftig nicht so großzügig wie bisher verteilen. Aktualisierte Software-Versionen bekommen stattdessen künftig nur noch Maschinen mit vorliegendem Service-Vertrag oder gültiger Garantie. Somit müssen Nutzer älterer ProLiant-Systeme damit rechnen, dass erhebliche Kosten aus sie zukommen.

HP ProLiant-Server von 2011

In einer knappen Erklärung im HP Support Center heißt es: “Ab Februar 2014 ist eine gültige Garantie beziehungsweise ein Vertrag erforderlich, um Zugriff auf HP-ProLiant-Server-Firmware-Updates zu erhalten.” Weitere Details finden sich in den FAQ.

Betroffene Anwender machen ihrem Ärger jetzt in Form von Forenbeiträgen bei Spiceworks Luft. “Ich bin wirklich aufgebracht wegen dieser Maßnahme von HP”, schreibt etwa Glen Drager. Als Gründe für seinen Verdruss führt er an, dass Hardware-Updates teurer werden könnten, der Kauf gebrauchter Server sich künftig nicht mehr lohnt und dass die Kosten für den langfristigen Betrieb eines Servers steigen.

Primär regt er sich aber darüber auf, dass die Firmware-Updates lediglich Probleme der HP-Produkte korrigierten. “In neun von zehn Fällen führe ich Firmware-Updates durch, um von HP entdeckte Fehler zu korrigieren”, so Drager weiter. “Wie viele Nachrichten à la ‘Patchen Sie Ihren Controller oder Sie könnten alle ihren Daten verlieren’ haben wir alle schon erhalten? Ich hatte problematische Hardware, die mehr als die üblichen drei Jahre Garantie benötigt, bis sie vernünftig und stabil läuft. Jetzt muss ich für das Privileg von HPs Korrekturen bezahlen.”

In einer kurzen Stellungnahme zu den von Drager geäußerten Bedenken schreibt das Unternehmen: “HP hat bedeutende Investitionen in sein geistiges Eigentum getätigt, um seinen Kunden den größtmöglichen Wert und die beste Erfahrung zu liefern. Wir werden mit unserem umfassenden Support-Portfolio weiterhin eine differenzierte Kundenerfahrung bieten. Als Branchenführer ist HP gut positioniert, damit weltweit zuverlässige Supportdienste zur Verfügung stehen – mit HPs Tools, ausgebildeten Ingenieuren und originalen, zertifizierten Bauteilen. Nur HP-Kunden sowie autorisierte Channel-Partner dürfen Supportmaterialien herunterladen und nutzen.”

Möglicherweise überdenkt HP seinen Standpunkt aber noch einmal. So schreibt etwa Matt Hitt, Server-Produktmanager bei HP, dass er und die Social-Media-Beauftragte Priscilla Jones die “Beiträge und Diskussionen zu dem Thema an das obere Management von HP weitergeleitet” hätten. Zwar plane HP die Einführung der Änderungen zum 19. Februar, die Stimmen der Kunden sollten “nicht unbeachtet bleiben”, verspricht Hitt.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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