Internet-Beschwerdestelle bekam 2013 knapp 3000 Hinweise auf Kinderpornografie

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Internet-Beschwerdestelle des eco hat ihren Jahresbericht 2013 vorgelegt.

Das waren dreimal so viele wie noch 2012. Die Anzahl begründeter Beschwerden hat sich damit gegenüber 2012 verdoppelt. Insgesamt gingen bei der Internet-Beschwerdestelle des eco 2013 rund 30 Prozent mehr Hinweise auf illegale Internet-Inhalte ein.

Die Anzahl der Beschwerden über rechtswidrige Internet-Inhalte bei der Internet-Beschwerdestelle nimmt zu. Das geht aus jetzt vorgelegten Jahresbericht für 2013 der vom eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. betriebenen Organsiation hervor. Demnach gingen 2013 dort insgesamt über 91.000 Meldungen ein. Im Vorjahr waren es noch rund 71.000 Hinweise.

Häufigste Ursache für Beschwerden ist unerwünschte Werbung: 97 Prozent der Beschwerden betrafen Spam-E-Mails. Zu den verbleibenden drei Prozent tragen in verstärktem Maße Hinweise auf Kinderpornografie bei: 2013 bezogen sich 3000 Anzeigen auf derartige Inhalte – und damit dreimal so viele wie 2012. Über die Hälfte der angezeigten Fälle von Kinderpornografie waren tatsächlich. Das sind immerhin noch doppelt so viele wie 2012.

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Fast zwei Drittel der in Deutschland gehosteten illegalen Inhalte sind bereits zwei Tage nach Eingang eines Hinweises bei der Internet-Beschwerdestelle aus dem Netz verschwunden. Im Durchschnitt dauert es 2,38 Tage (Grafik: Internet-Beschwerdestelle).

Ein Anstieg von Straftaten in diesem Umfeld lässt sich daraus nicht unbedingt ableiten. Die Betreiber führen ihn vielmehr auf die steigende Bekanntheit der Beschwerdestelle und eine erhöhte Sensibilisierung der Bevölkerung zurück. “Die Bürger haben ein Gespür für zweifelhafte Inhalte entwickelt und nutzen immer häufiger das Angebot, diese bei uns zu melden”, erklärt Oliver Süme, Vorstand Politik und Recht beim eco-Verband.

Süme nutzt die Gelegenheit, um an die EU zu appellieren, die Internet-Beschwerdestellen auch nach 2014 weiter zu fördern. Zuletzt stellte die Europäische Union zwölf Millionen Euro jährlich für diesen Zweck bereit. Ob diese Summe auch in den nächsten Jahren bestehen bleibt, entscheidet sich voraussichtlich Ende Februar 2014 mit der Bestätigung durch das Europäische Parlament und der anschließenden Ausgestaltung der EU-Förderprogramme durch die EU Kommission.

Der eco betreibt seine Internet Beschwerdestelle seit 1996. Eingehende Beschwerden werden zunächst einer juristischen Prüfung unterzogen und je nach Schwere des Vergehens und Standort des Servers an die Strafverfolgungsbehörden, den Anbieter der Inhalte, den Hostprovider und/oder Mitglieder des INHOPE-Netzwerks weitergeleitet. In diesem sind derzeit 46 Beschwerdestellen aus 40 Ländern zusammengeschlossen. Es wird von der EU und Microsoft finanziell unterstützt.

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Verteilung der bei der Internet-Beschwerdestelle eingegangenen Hinweise auf die einzelnen Internet-Dienste (Grafik: Internet Beschwerdestelle des eco).

2013 verschwanden 62 Prozent der der Internet-Beschwerdestelle gemeldeten, in Deutschland gehostete kinderpornografische Inhalte binnen zwei Tagen aus dem Netz, nach einer Woche waren nur noch 2 Prozent der berechtigt bemängelten Inhalte zu sehen. Im Durchschnitt dauerte es somit 2,38 Tage, um sie zu entfernen, bei im Ausland gehosteten Inhalten liegt dieser Wert mit 5,93 Tagen wesentlich höher.

Internetnutzer, die auf illegale, insbesondere jugendgefährdende Internetinhalte stoßen – sei es im World Wide Web, in E-Mails, Tauschbörsen, Chats, Newsgroups, Diskussionsforen oder mobilen Inhalten -, können diese kostenlos und anonym unter www.internet-beschwerdestelle.de oder per E-Mail an hotline@eco.de melden. Ob die beanstandeten Inhalte auf Servern in Deutschland oder im Ausland liegen, spielt dabei keine Rolle.

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