Forscher: In drei Jahren ist Facebook unwichtig

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Facebook Logo (Bild: Facebook)

Sie kombinieren dazu Erkenntnisse aus der Epidemieforschung mit Informationen von Google Trends – ein Vorgehen, dass sich bei der Beschreibung der Popularität von Myspace bewährt habe. Besonders bei jüngeren Nutzern scheint das Soziale Netzwerk an Attraktivität zu verlieren. Die Methode der US-Forscher John Cannarella und Joshua Speechler bietet aber auch Ansatzpunkte für Widerspruch.

Wissenschaftler der amerikanischen Universität Princeton haben Erfahrungen aus der Epidemieforschung und Zahlen von Google Trends verknüpft, um die Zukunft von Facebook zu prognostizieren. Sie sind dabei zu dem Ergebniss gekommen, dass “Facebook in den nächsten Jahren schnell an Bedeutung verlieren wird und die Nutzerbasis zwischen 2015 und 2017 um 80 Prozent des Spitzenwerts schrumpft.”

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Facebook und Myspace bei Google Trends (Diagramm: Cannarella und Speechler)

John Cannarella und Joshua Speechler, die Autoren der Studie (PDF) erklären, bei anderen Sozialen Netzen habe ihre Methode realistische Ergebnisse gebracht. Das gelte insbesondere für Myspace, das nach großer Popularität 2007 rasch an Bedeutung verloren hat. Nutzer eines Sozialen Netzwerkes, gingen zwar davon aus, unbegrenzt dort aktiv zu sein, “aber letztlich verlieren die Menschen das Interesse, weil Gleichgesinnte ebenfalls das Interesse verlieren.”

Facebook verzeichnet aktuell mehr als 1,2 Milliarden Nutzer. Sein Börsenwert liegt über 100 Milliarden Dollar. Aktuell plant es offenbar, sein Angebot um Nachrichten und Videowerbung zu ergänzen. Das scheint auch notwendig zu sein, denn zuletzt hatten Facebook-Aktionäre sich besorgt darüber geäußert, dass die Anziehungskraft bei Jugendlichen nachlasse. Instant Messaging über WhatsApp und Snapchat scheint für sie attraktiver zu sein.

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Einer Erhebung zur Anzahl der Facebook-Nutzer in den USA zufolge ist die Zahl der aktiven 13- bis 17-Jährigen in den vergangenen drei Jahren um 3,3 Millionen zurückgegangen, das entspricht einem Minus von 25 Prozent. Auch aus der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen haben seit Januar 2011 rund 3,4 Millionen US-Amerikaner dem Netzwerk den Rücken gekehrt, ein Minus von 8 Prozent Statista).

Gegen die Prognose-Methodik der US-Studenten lässt sich allerdings einwenden, dass sie Daten von Google Trends, also Suchmaschinenzugriffe, zugrunde legen: Die Tatsache, dass Facebook in Suchmaschinen weniger gesucht wird als früher, ist nicht sehr belastbar. Denn heute nutzen schließlich 870 Millionen Menschen weltweit ein Mobiltelefon, um auf Facebook zuzugreifen. Selbst wenn sie Facebook erstmals besuchen, verwenden sie typischerweise eine vorinstallierte App, statt danach zu suchen.

[mit Material von Florian Kalenda ZDNet.de]

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