Bestechungsvorwürfe: Verfahren gegen früheren Media-Markt-Manager angelaufen

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bestechung-korruption (Bild: Shutterstock / el lobo)

Er war für die Auswahl und Bewertung von Standorten zuständig. In dieser Funktion erklärte er einem Bauträger, dass seine Angebote ohne Schmiergeld keine Erfolgsaussichten hätten. Der steckt ihm in den folgenden Jahren 1,7 Millionen Euro zu.

Derzeit muss sich ein ehemaliger, hochrangiger Manager der Media-Saturn-Gruppe wegen Bestechungsvorwürfen vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Das berichten die Nürnberger Nachrichten. Dem Blatt zufolge war der Angeklagte 1997 als Geschäftsführer für die Expansion der Media-Saturn-Gruppe und die Auswahl neuer Standorte verantwortlich. Bei Verhandlungen um ein Grundstück in Coburg erpresste er einen Nürnberger Bauträger damit, dass seine Angebote künftig ignoriert würden, wenn er nicht vorher zahle.

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Die Behörden kamen dem Manager durch einen anonymen Hinweis auf die Schliche. Ungereimtheiten in der Buchführung des vom Geschäftsführer des Bauträgers nebenher betriebenen Gutachterbüros machten sie dann richtig neugierig.

Den Nürnberger Nachrichten hatte er zudem versucht, die Schmiergelder als “Betriebsausgaben” von der Steuer abzusetzen. Dies zog eine Telefonüberwachung nach sich, durch die dann auch der ehemalige Media-Markt-Manager ins Netz der Ermittler geriet. Der nun angeklagte Manager wurde von dem Handelskonzern 2005 bereits mit einer ansehnlichen Abfindung entlassen.

Insgesamt sollen über mehrere Jahre hinweg Bestechungsgelder in Höhe von 1,7 Millionen Euro geflossen sein. Die wurden als Beraterentgelte deklariert. Unklar ist dem Bericht des Blattes zufolge noch, inwieweit der Bestochene die Standortentscheidungen tatsächlich beeinflussen konnte. Der Bauträger bezeichnet die Bestechungsgelder im Verfahren vielleicht auch daher als “Zuwendungen zur Herbeiführung allgemeinen Wohlwollens und normalen Bearbeitens. Mit dem Ziel einer Nichtbenachteiligung.”

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