Intels Smartwatch läuft mit ARM-Chip von Infineon

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Intel (Bild: Intel)

Das Unternehmen hat den Prototyp Anfang des Monats auf der CES in Las Vegas präsentiert. Es wollte damit seiner Ankündigung, in den Markt für Wearable Computing einzusteigen, Nachdruck verleihen. Sprecher Bill Calder zufolge besitzt Intel schon seit Jahren eine ARM-Lizenz.

Für einige auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas Anfang des Monats präsentierten Geräte aus dem Bereich Wearable Computing hat Intel ARM-Chips verwendet. Das hat PCMag berichtet und Intel-Sprecher Bill Calder gegenüber CNET bestätigt. Er erklärte, in der gezeigten Smartwatch sei einem System-on-Chip mit ARM-Kern von Infineon verbaut.

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Intel outside: In der auf der CES Anfang Januar gezeigten Smartwatch von Intel steckte ein ARM-Chip von Infineon.

Calder betonte, Intel besitze seit vielen Jahren eine Lizenz des britischen Chipentwicklers ARM. Gleiches gelte für den von Infineon gekauften Geschäftsbereich Wireless Solutions. Mit der Smartwatch habe Intel zudem nur wollen, wie das sogenannte Geofencing funktioniert. Intel, so Calder weiter, habe nicht angekündigt, dieses spezielle Gerät zusammen mit Partnern auf den Markt bringen zu wollen.

Dem Sprecher zufolge habe Intel “ähnliche Dinge” schon in der Vergangenheit getan. Es sei falsch deswegen anzunehmen, Intel verfüge nicht über geeignete Prozessoren für den Einsatz im Bereich Wearable Computing. Bei seinen folgenden Ausführungen widersprach er dieser Aussage dann zumindest teilweise: “Ziel ist es, so schnell wie möglich mit innovativen Designs und Technologien in den Markt einzusteigen”, sagte Calder. “Wenn das bedeutet, dass wir einen Chip eines Drittanbieters benutzen, der von Intel angepasst wurde, mit aller Software und der Produktintegration durch Intel, dann werden wir das tun.”

Einige Branchenvertreter glauben nicht, dass Intel derzeit Chips herstellt, die so wenig Strom verbrauchen, dass sie in Kopfhörern oder Smartwatches eingebaut werden können. Auch wenn Intel bei der Präsentation auf der CES nicht direkt behauptet hat, es habe x86-Chips verwendet, sind naturgemäß viele Teilnehmer der Veranstaltung davon ausgegangen.

Den Markt für Wearable Computing will Intel mit seiner Produktlinie “Quark” mitgestalten. “Wir haben so viel über Mobiltelefone und Tablets gelernt. Ich bin optimistisch, dass wir einen großen Einfluss auf diesen Bereich haben werden, während er sich etabliert, aber es liegt noch viel harte Arbeit vor uns”, sagte Mike Bell, Chef von Intels Mobilprozessorsparte, auf der CES.

Intel selbst wird weder Smartwatches noch andere Wearable Devices auf den Markt bringen. Das sei die Aufgabe von Intels Partnern, ergänzte Calder. Ihnen sei es allerdings freigestellt, ob sie ARM-Chips oder Prozessoren von Intel für ihre Produkte verwendeten. Intel werde seinen Partner sogar bei der Entwicklung von Produkten mit ARM-Chips helfen. “Das Ziel ist ein künftiger Umstieg auf Intel”, so Calder.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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