NSA greift täglich fast 200 Millionen SMS ab

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Business-Nutzer mit Smartphone (Bild: Shutterstock / TATSIANAMA)

Der US-Geheimdienst sammelt und verarbeitet sie im Rahmen eines Dishfire genannten Abhörprogramms. Er erhält so Informationen zu Reisen, aus Adressbücher und über Banktransaktionen. Im Gegensatz zu anderen Spähprogrammen sammelt Dishfire Daten nicht gezielt, sondern möglichst breit ein.

Die National Security Agency (NSA) unterhält neben den zahlreichen anderen Spätprogrammen offenbar auch eines namens Dishfire, mit dem SMS gesammelt und verarbeitet werden. Details dazu hat jetzt die britische Zeitung The Guardian veröffentlicht. Dem Bericht zufolge fängt der US-Auslandsgeheimdienst jeden Tag weltweit fast 200 Millionen SMS ab. Für Dishfire seien zudem keine speziellen Ziele definiert, vielmehr sammle die NSA “praktisch alles, was sie kriegen kann”.

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Den SMS entnimmt die NSA Informationen über “Reisepläne, Adressbücher und Finanztransaktionen”, schreibt der Guardian. Davon seien auch Unbeteiligte betroffen. Auch der britische Geheimdienst Government Communications Headquarters (GHCQ) habe Zugriff auf die Datenbank mit den Nachrichten.

Den Unterlagen zufolge, die aus dem Fundus von Edward Snowden stammen, würden allerdings aus der den Briten zur Verfügung gestellten Datenbank alle Kurznachrichten von US-Bürgern entfernt. Daten der Bürgern anderer Länder seien aber enthalten.

Zur Auswertung der Textnachrichten soll die NSA eine Software namens “Prefer” entwickelt haben, die eine “automatische Analyse” durchführen kann. Laut The Guardian ermittelt sie täglich Details zu 1,6 Millionen Grenzübertritten, mehr als 800.000 Finanztransaktionen sowie 110.000 elektronischen Visitenkarten aus den abgefangenen SMS.

In einer Stellungnahme betonte eine NSA-Sprecherin, das Dishfire-System verarbeite und speichere legal gesammelte SMS-Daten. “Wie wir bereits gesagt haben ist die Annahme falsch, die NSA-Datensammlung sei unbegründet und unbeschränkt. Die Aktivitäten der NSA richten sich – und zwar ausschließlich – als Reaktion auf nachrichtendienstliche Anforderungen gegen ausländische Ziele”, sagte die Sprecherin.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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