Zalando plant Outlet in Frankfurt am Main

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Zalando plant Outlet in Frankfurt

Nach Berlin wäre es das zweite Ladengeschäft des aggressiv wachsenden Onlinehändlers. Allerdings klingt das Konzept etwas verworren: Berichten zufolge spricht Zalando von einem “coolen, schicken Laden”, will dort aber reduzierte Saisonartikel sowie angeschlagene Textilien und Schuhe aus Retouren absetzen.

Zalando plant die Eröffnung eines Ladengeschäfts in Frankfurt am Main im Stadtteil Bockenheim. Es soll Sommer im ehemaligen Kaufhof-Gebäude eröffnet werden. Dem Branchenblatt “Der Handel” zufolge ist eine Ladenfläche von rund 1000 Quadratmetern geplant.

Zalando will Outlet in Frankfurt eröffnen

Für den Onlinehändler wäre es nach dem Outlet in Berlin das zweite stationäre Geschäft. Anders als der erste Laden in Berlin, in dem nur Zalando-Besteller einkaufen können, soll das Outlet in Frankfurter allen Interessierten offenstehen.

Allerdings klingt das Konzept noch etwas verworren: Einerseits erklärt ein Zalando-Sprecher der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gegenüber, man werde einen “coolen, schicken Laden” einrichten, andererseits sollen dort stark reduzierte Saisonartikel, die man online nicht los wird, sowie nicht mehr ganz einwandfreie Textilien und Schuhe aus Retouren verkaufen. Ob das Frankfurter Publikum die Mischung aus Abercrombie & Fitch und Textildiscount annehmen wird, bleibt abzuwarten.

Zalando bezeichnet den Shop der FAZ gegenüber jedenfalls als sinnvolle Ergänzung des normalen Geschäfts. Aus Sicht des Anbieters mag das stimmen: Retouren hat er ja mehr als genug. Wie damals das Handelsblatt berichtete, ermahnte Zalando im März 2013 Kunden mit zu hohen Rücksendequoten. In einer E-Mail wurden “auffällige Kunden” auf die Umstände einer Rücksendung hingewiesen. Betroffene Kunden berichteten, dass sie nicht mehr auf Rechnung, sondern nur noch per Vorkasse bestellen konnten. Nachdem diese Praxis an die Öffentlichkeit gelangte, hörte Zalando auf, Kunden mit hohen Quoten zu sanktionieren.

Mit dem Retourenproblem steht Zalando allerdings nicht alleine da, auch wenn es bei dem Händler wegen das Online-Käufern eingeräumtem Rückgaberecht von 100 Tage besonders gravierend sein mag. “Das kostenlose Rückgaberecht macht das Online-Shopping für viele Konsumenten besonders attraktiv, entwickelt sich aber für den Internet-Handel zu einer erheblichen Kostenbelastung”, so Gerd Bovensiepen, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter in Deutschland und Europa bei PwC, im November bei der Vorstellung einer Studie seines Hauses.

Bovensiepen weiter: “Zwar dürfen Händler ab Juni 2014 eine Retourengebühr auch bei einem Warenwert von über 40 Euro erheben, unsere Umfrageergebnisse zeigen jedoch, dass eine Kostenbeteiligung nur unter bestimmten Voraussetzungen und nicht von allen Konsumenten akzeptiert wird.” Möglicherweise ist die Outlet-Strategie bei Zalando also schon ein Schritt, diesen Kunden entgegen zu kommen.

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