EU-Kommission beschließt Gnadenfrist für SEPA-Umstellung

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SEPA-Umstellung

Die formelle Frist am 1. Februar 2014 wird zwar nicht geändert, aber eine sechsmonatige Übergangsfrist eingeführt. Grund ist die immer noch zu niedrige Migrationsrate: Durch sie hält die EU-Kommission den Zahlungsverkehr in den Mitgliedsstaaten für gefährdet.

Die EU-Kommission hat heute eine verlängerte Übergangsfrist für SEPA-Umstellung beschlossen. Grund für die Entscheidung sind laut EU-Kommissar Michel Barnier die Stand heute zu geringen Migrationsraten: Für SEPA Credit Transfers (SCT) und SEPA Direct Debits (SDD) lagen diese im November bei 64,1 beziehungsweise 26 Prozent. Es sei daher “höchst unwahrscheinlich”, dass die angestrebte Rate von 100 Prozent wie geplant am 1. Februar erreicht ist.

SEPA-Umstellung

Die Übergangsfrist bedeutet in der Praxis, dass vom SEPA-Format abweichende Zahlungen noch bis 1. August 2014 akzeptiert werden können. Banken und Zahlungsdienstleister müssen bis dahin nicht mit einer Strafzahlung rechnen, wenn sie dies tun. Barnier betonte allerdings, dass dies die absolut letzte Gelegenheit zur Umstellung ist: “Die Übergangsfrist wird nach dem 1. August nicht mehr verlängert werden.”

Durch den Übergangszeitraum sollen mögliche Risiken im Zahlungsverkehr für Verbraucher und Unternehmen minimiert werden. Wären jetzt keine Maßnahmen ergriffen worden, hätte die Gefahr bestanden, dass vom SEPA-Format abweichende Zahlungen nach dem ersten Februar abgewiesen worden wären. Besonders bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen hatte die EU-Kommission diesbezüglich Bedenken.

An der formellen Frist für die Umstellung bis zum 1. Februar hält die Kommission dagegen fest. Laut Barnier profitieren von SEPA sowohl Verbraucher als auch Banken und Firmen da Zahlungen billiger und schneller abgewickelt werden können. “Grenzüberschreitende Zahlungen sind keine außergewöhnlichen Ereignisse mehr, darum ist auch eine effiziente, grenzüberschreitende Regelung erforderlich”, so der EU-Funktionär.

Der Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) hat die Fristverlängerung in einer Stellungnahme “außerordentlich begrüßt”. Der Verband teilt weiter mit: “Nun hat der Mittelstand gemäß unserer seit langem ausgesprochenen Forderung ausreichende Zeit, um SEPA-Umstellungen abzuschließen.”

Den Schwarzen Peter, den die EU-Kommission indirekt dem Mittelstand zugeschoben hat, gibt der Verband dagegen an die Banken weiter: “Eine Verzögerung bei den Umstellungen war auch eingetreten, weil die Banken in Deutschland viel zu spät die SEPA-Umstellungen abgeschlossen hatten und hierzulande zudem ständig Rechtsauffassungen der Finanzwirtschaft zur nationalen Umsetzung der SEPA EU-Richtlinie verändert wurden”, erklärt Verbandspräsident Oliver Grün.

Tipp der Redaktion: Die EU-Richtlinie SEPA soll den Zahlungsverkehr in Europa vereinheitlichen und beschleunigen. Unternehmen müssen dazu ihre Software und IT-Systeme anpassen. ITespresso bietet einen schnellen Überblick, wie die SEPA-Umstellung gelingt.

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