Berliner Kanzlei veröffentlicht Strafanzeige gegen Abmahnanwalt Sebastian

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Johannes von Rüden Rechtsanwalt

Die Kanzlei Wedermann | von Rüden hat am 10. Dezember Strafanzeige gegen Daniel Sebastian gestellt. Der Anwalt hatte beim Landgericht Köln die Herausgabe der Daten von Redtube-Nutzern erwirkt. Nun wird ihm Verstoß gegen das Datenschutzgesetz sowie banden- und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen.

Die hinter dem Angebot Abmahnhelfer.de stehende Kanzlei Wedermann | von Rüden hat am 10. Dezember Strafanzeige gegen den in Berlin ansässigen Anwalt Daniel Sebastian gestellt. Dieser hatte beim Landgericht Köln – Experten zufolge mit Tricksereien – 89 Auskunftsanträge zu jeweils rund 500 bis 1000 IP-Adressen von angeblichen Nutzern des Streaming-Portals Redtube gestellt.

Johannes von Rüden im RTL Nachtjournal
“Wir vermuten, dass durch Tricksereien und Vorspiegelung falscher Tatsachen die Richter dazu verleitet wurden, Daten herauszugeben, obwohl gar keine Rechtverletzungen vorliegen”, erklärte Johannes von Rüden am 13. Dezemebr im RTL Nachtjournal (Screenshot: ITespresso).

Ein Großteil davon war genehmigt worden. Für den massenhaften Versand von Abmahnungen hat er sich dann an die dadurch schon früher in Erscheinung getretene Regensburger Kanzlei Urmann + Collegen gewandt.

Nach Ansicht der Berliner Kanzlei Wedermann | von Rüden ging dabei nicht alles mit rechten Dingen zu. Sie hat daher am 10. Dezember 2013 Strafanzeige gegen Daniel Sebastian gestellt. Die ist jetzt auf der Website Abmahnhelfer.de für alle Betroffenen und Interessierten einsehbar.

“Wir wollen mit diesem Schritt erreichen, dass Betroffene sich auch selber an die jeweiligen Staatsanwaltschaften wenden können, so dass diese auch das öffentliche Interesse und die Brisanz dieses bisher einzigartigen Falls erkennen,” erklärt Johannes von Rüden diesen Schritt. Er vermutet, dass die Verkehrsdaten (IP-Adressen) tausender Betroffener unter Verstoß des Datenschutzgesetzes gesammelt wurden.

Zudem stünde “der Verdacht des gemeinsamen, bandenmäßigen und gewerbsmäßigen Betrugs im Raum.” In diesem Zusammenhang soll auch gegen Andreas R., einen den Mitarbeiter der kalifornischen Firma itGuards Inc. ermittelt werden. Sie hat laut den Auskunftsanträgen von Anwalt Sebastian (PDF) die IP-Adressen erhoben, die eidesstattliche Versicherung war Teil der in den Anträgen vorgetragenen Rechtfertigungen.

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