Symantec stellt vermehrt Webcam-Voyeurismus fest

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Der Anbieter von Sicherheitssoftware warnt vor einer Zunahme sogenannter Remote Access Trojaner (RAT). Sie bieten einem Angreifer vom Nutzer unbemerkt Zugriff auf dessen Computer. Genutzt werde die sogenannte Creepware immer häufiger, um mit den Funktionen der Webcam Unfug zu treiben.

Symantec hat vor einem erhöhten Aufkommen von Creepware, auch Remote Access Trojan (RAT) genannt, gewarnt. Diese Trojaner würden immer häufiger benutzt, um per Fernzugriff die Kontrolle über einen PC zu übernehmen und sie mittels Webcam zu beobachten. Besonders gravierend scheint das Problem in den USA zu sein, aber auch in Indien, Großbritannien, Frankreich und der Türkei ist Symantec zufolge Cyber-Voyeurismus inzwischen eine ernstzunehmende Bedrohung.

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Dazu trage auch bei, dass die Trojaner frei zugänglich und einfach zu nutzen sind. Cyber-Voyeure könnten so ohne Probleme Zugang zu den Computern ihrer Opfer erlangen. Ist diese Hürde einmal genommen, lasse sich mit Hilfe der Trojaner nicht nur persönliche Informationen, Passwörter oder Fotos vom Rechner stehlen, sondern auch passwortgeschützte Webseiten unter falscher Identität aufsuchen.

Vermehrt wird zudem offenbar die inzwischen in nahezu allen Rechnern verbaute Webcam aktiviert. Über sie werden dann Bilder aufgenommen. Gibt das Fotomaterial das her, taucht es entweder irgendwo im Web auf oder wird dazu benutzt, die ausgespähten Nutzer mit der Drohung zu erpressen, dass es veröffentlicht wird.

Als prominentes Opfer nennt Symantec die 19-jährige Cassidy Wolf. Nachdem sie als Miss Teen USA eine gewisse Bekanntheit erlangt hatte, wurde ihr Rechner im August 2013 von einem Kommilitonen gehackt, der sich mittels der Webcam Bilder davon verschaffte, wie sie sich in Ihrem Schlafzimmer auszog. Diese Aufnahmen verwendete er dann in einem Erpressungsversuch – der in dem Fall allerdings fehlschlug, da sich die Erpresste an die Polizei wandte.

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Am verbreiteten ist die Nutzung von Creepware derzeit offenbar in den USA zu sein. Auf die Vereinigten Staaten entfallen 43 Prozent der in den fünf Ländern mit der größten Aktivität bekannten Fälle. Mit großem Abstand folgen Indien, Großbritannien, Frankreich und die Türkei.

Als Vorsichtsmaßnahmen empfiehlt Symantec die bekannten Dinge: eine aktuelle Antiviren-Software, Vorsicht bei E-Mails und Links von unbekannten Quellen sowie bei Downloads. Außerdem sollte man auf ungewöhnliche Webcam-Aktivitäten im Auge behalten – teilweise an einer Status-LED feststellbar. Und als analoge Abwehrstrategie empfiehlt Symantec ein Klebeband vor der Linse, wenn die Webcam nicht bewusst genutzt wird. Das allerdings schützt nur vor Cyber-Voyeurismus – das Abgreifen von Daten durch die Trojaner lässt sich so nicht verhindern.

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