Pilotprojekt: Kabel Deutschland erhöht Bandbreite auf 200 MBit/s

BreitbandNetzwerke
Kabel Deutschland Logo (Bild: Kabel Deutschland)

In Mainz können angebundene Kabelhaushalte seit heute theoretisch die doppelte Bandbreite für Downloads nutzen. Im Upload-Bereich sind nun maximal 12 MBit/s zu erreichen. Kabel Deutschland setzt sein Projekt mittels der vorhandenen Glasfaser-Koaxial-Infrastruktur um.

Kabel Deutschland will die bisherige Internet-Bandbreite seiner Kunden verdoppeln. Statt maximal 100 MBit/s im Downlink sind jetzt bis zu 200 MBit/s möglich. Auch im Uplink findet eine Verdopplung von 6 auf 12 MBit/s statt – zumindest in einem nun in Mainz gestarteten Pilotprojekt. Unklar ist noch, wie lang der Versuch läuft und wann die höhere Geschwindigkeit in anderen Städten angeboten wird.

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Die in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt angebundenen Haushalte können das neue Paketangebot “Internet & Telefon 200”, das eine Internet- sowie eine Festnetz-Flatrate beinhaltet, bestellen. Die Mindestlaufzeit des Vertrags beträgt zwei Jahre. Im ersten Jahr kostet der Tarif 39,90 Euro pro Monat, im darauffolgenden Jahr schlägt er mit monatlichen 59,90 Euro zu Buche.

Der Kabelnetzbetreiber verwirklicht die 200-MBit/s-Leitung über seine bereits vorhandene Glasfaser-Koaxial-Infrastruktur. Straßen müssen für die schnellere Internetanbindung also nicht aufgerissen werden. Ebenso sind keine Änderungen an der Verkabelung und der Hausverteileranlage notwendig.

Die nötige Hardware in Form von bereits vorhandenen WLAN-Routern muss auch nicht ausgetauscht werden – es sei denn, diese besitzen keinen Gigabit-Ethernet-Port. Ältere Geräte, die nur einen 100-MBit/s-Port besitzen, sind natürlich nicht in der Lage, die 200 MBit/s-Leitung vollständig auszuschöpfen. Eine weitere Voraussetzung um die größere Bandbreite komnfortabel nutzen zu können ist die Unterstützung des WLAN-Standards IEEE 802.11n, der einen theoretischen Brutto-Datendurchsatz von bis zu 600 MBit/s möglich macht, durch die im Heimnetzwerk verwendeten Geräte.

“Mit dem 200 MBit/s-Pilotprojekt in Mainz zeigen wir, wie auf Basis bestehender Technologien superschnelles Internet nicht nur angekündigt, sondern auch tatsächlich geliefert werden kann,” sagte Adrian von Hammerstein, Vorstandsvorsitzender von Kabel Deutschland. “Mit 200 MBit/s haben wir das Limit noch keineswegs erreicht.”

Der Übertragungsstandard EuroDOCSIS 3.0 bildet die Grundlage für Download-Geschwindigkeiten von bis zu 400 MBit/s, die angeblich bereits heute erzielt werden können. Die Spezifikation deckt zurzeit 90 Prozent aller von Kabel Deutschland versorgten Anschlüsse ab. In den kommenden Jahren soll aufgrund des Nachfolgestandards DOCSIS 3.1, der sich gegenwärtig in der Entwicklung befindet, auch die Gesamtbandbreite des Kabel-Deutschland-Netzes weiter ansteigen. Sie beträgt aktuell 5 GBit/s.

Nun soll aber zunächst die Verbreitung der 200-MBit/s-Leitung vorangetrieben werden. Denn laut Kabel Deutschland ist die doppelte Bandbreite technisch bereits überall dort verfügbar, wo auch die bisherige maximale Download-Geschwindigkeit von 100 MBit/s erzielt wird. Dies bedeutet, dass dem Betreiber zufolge 90 Prozent aller im Bundesgebiet angeschlossenen Kabelhaushalte theoretisch das neue Internet-Angebot nutzen können.

Doch nicht nur die Privatanschlüsse profitieren – zunächst in Mainz – von der Erweiterung der Bandbreitenkapazität. Auch die dortigen öffentlichen WLAN-Netze sind nach Angaben von Kabel Deutschland an die 200-MBit/s-Infrastruktur angebunden.

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Laut dem im Sommer von Akamai veröffentlichten Bericht “The State of the Internet” liegt Deutschland im weltweiten Vergleich bei der Geschwindigkeit des Internetzugangs mit durchschnittlich 6,9 MBit/s auf Platz 20. Schuld an der Datenlandstraße ist der nur langsam voranschreitende Ausbau der Breitbandnetze. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2014 drei Viertel der Bürger mit einem 50 MBit/s-Anschluss zu versorgen, scheint derzeit in weiter Ferne (Grafik: Statista).

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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