Letzte Aufträge für die elektronische Gesundheitskarte vergeben

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Die Gematik hat heute Aufträge an T-Systems sowie eine Bietergemeinschaft aus Booz & Company, CompuGroup Medical und der KoCo Connector AG vergeben. Sie sollen die elektronische Gesundheitskarte 2014 jeweils in einer Testregion einführen. Dabei sind jeweils mindestens 500 Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten sowie fünf Krankenhäuser zu vernetzen.

Die Gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH), die sich für die Bundesregierung um die Einführung der Gesundheitskarte kümmert, hat heute die letzten beiden Aufträge vergeben. Als Generalunternehmer in der Testregion Sachsen und Bayern wird demnach T-Systems die elektronische Gesundheitskarte einführen. In der Testregion Nordwest, also den Bundesländern Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, erhielt eine Bietergemeinschaft aus Booz & Company, CompuGroup Medical und der KoCo Connector AG den Zuschlag.

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Den Aufträgen ging eine europaweite Ausschreibung voraus. Zu den Auftragsvolumen macht die Gematik keine Angaben. In der vergangenen Woche war der Systemintegrator Arvato Systems bereits mit dem Aufbau eines sicheren Netzes als Plattform beauftragt worden.

T-Systems und die Bietergemeinschaft sind in ihren Regionen jeweils für die Anbindung und Betreuung von rund 500 Ärzten, Zahnärzten, Psychotherapeuten und Krankenhäuser verantwortlich. Sie müssen dazu auch die Entwicklung der Komponenten übernehmen, die den sicheren Zugang zur Telematikinfrastruktur möglich machen, also etwa Konnektoren und VPN-Diensten. Für Sicherheit sollen zudem Testverfahren, Zulassungen und Zertifizierungen durch Gematik, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie die Abstimmung mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten gewährleisten.

Die Erprobung und Evaluation der ersten Anwendungen und Basisdienste soll 2014 starten. Im Mittelpunkt steht die Online-Prüfung und -Aktualisierung der Versichertenstammdaten, die qualifizierte elektronische Signatur (QES) sowie ein sicherer Internetzugang für Arztpraxen. Die QES sieht Gematik als Basis für weitere Anwendungen. Sie soll dazu dienen, digitale medizinische Dokumente wie Arztbriefe vor dem Versand rechtssicher zu unterschreiben.

Die jetzt vergebenen Aufträge umfassen unter anderem den Aufbau und die Umsetzung von Test- und Erprobungsverfahren sowie die Betreuung und Ausstattung der Testteilnehmer. Zudem gehört die Ausstattung der Teilnehmer aus dem Gesundheitswesen mit den erforderlichen Komponenten, also Kartenlesegeräte, Konnektoren, etc, dazu. Teil der geplanten Erprobung ist auch die Unterstützung der Teilnehmer bei Störungen und deren Behebung.

T-Systems hat dieses Jahr bereits zwei Aufträge von Gematik erhalten: Im April für die Entwicklung des Kartenbetriebssystems auf Basis von TCOS, einem Smartcard-Betriebssystem der Telekom, sowie vor kurzem für die Produktion von Heilberufsausweisen und Institutionskarten sowie den Aufbau eines Online-Portals um diese zu beantragen.

Bei dem nun beauftragten Feldtest agiert T-Systems in der Testregion Sachsen und Bayern als Generalunternehmer. Sie arbeitet in dieser Funktion mit über zehn Partnerfirmen zusammen. Dazu gehören die Zahnarztsoftwareanbieter Computer konkret und Dampsoft, der Arztsoftwareanbeiter Medatixx udn der Kliniksoftwarespezialist Frey sowie die Karten- und ID-Spezialisten Ingenico und OpenLimit ebenso wie Siemens und die für Tastaturen bekannte ZF-Peripheriesparte Cherry.

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