Online-Wahllösung gewinnt Wettbewerb eIdee der Bundesdruckerei

Behörden-ITIT-ProjekteStart-UpUnternehmen
wettbewerb-eidee-logo-

Der “Wettbewerb für den digitalen Handschlag” prämiert die beste Online-Anwendungsidee für den Personalausweis. Gewonnen hat das Anwendungskonzept von Polyas. Mit diesem lassen Online-Abstimmungen anonym und sicher abhalten. Weitere Ideen wurden mit einem Nachwuchs-, Innovations- und Publikumspreis ausgezeichnet.

Polyas ist der Gewinner des von der Bundesdruckerei ausgelobten Wettbewerbs eIdee. Der Wettbewerb zeichnet die besten Anwendungsideen für die Einbindung der Online-Funktionen des Personalausweises in digitale Dienste und Angebote von Unternehmen, Gemeinden und öffentlichen Institutionen aus.

wettbewerb-eidee-logo-Polyas, ein junges Unternehmen aus Kassel, bietet Online-Wahllösungen für Non-Profit-Organisationen und Bildungsinstitutionen an. Wird beispielsweise in einem Unternehmen ein neuer Betriebsrat gewählt, kann dies über eine Online-Wahl erfolgen. Somit kann unabhängig vom Standort und auch von Zuhause aus abgestimmt werden.

Dafür müssen sich die Wähler in ein Wählerverzeichnis eintragen. Dies erfolgt auf verschiedene Arten. Entweder durch ein PIN/TAN-Verfahren, ähnliche wie beim Online-Banking, per E-Postident, LDAP-Anbindung oder digitaler Signatur. In Kürze ist auch die Anmeldung mit dem neuen Personalausweis möglich. Danach erhält der Wähler einen temporären Wahlschlüssel. Dieser anonymisiert den Wähler. Der ganze Vorgang wird asymmetrisch verschlüsselt. Mit dieser Idee gewann Polyas den eIdee-Wettbewerb. Als Preis erhält Polyas Sach- und Beratungsleistungen bei der Umsetzung der eingereichten Idee.

Das System von Polyas befindet sich momentan im Zertifizierungsverfahren des Bundesamts für Sicherheit und Informationstechnologie (BSI). Zudem gewährleistet das Unternehmen die Durchführung von rechtsverbindlichen Online-Wahlen unter Einhaltung aller Wahlrechtsgrundsätze. Eine detaillierte Dokumentation der Wahl wird online und auf Papier zur Verfügung gestellt.

“Die Kombination von eindeutiger Identifikation und anonymer Online-Abstimmung zeigt das große Potenzial des Personalausweises. Ich freue mich sehr, dass die Jury diese Idee zum Gewinner gekürt hat”, sagte Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesdruckerei.

eIdee-Nachwuchspreis

Eine Projektgruppe von Studierenden der Hochschule Koblenz unter der Leitung von Professor Udo Gnasa erhielt den diesjährigen Nachwuchspreis. Die Gruppe hat ein Konzept für die Einbindung des Personalausweises zur Online-Verwaltung von Hochschulen erarbeitet.

Die Idee sieht vor, dass Studenten in Zukunft sämtliche wichtigen Vorgänge und Anmeldungen, die das Studium betreffen, online erledigen können. Zur Existenzgründung will die Projektgruppe die Idee nun nutzen. Als Pate steht das Start-up Ergobag aus Köln bereit und teilt seine Erfahrungen bei der Unternehmensgründung.

eIdee-Innovationspreis

Florian Müller von der Firma Bitloft in Velbert erhält für seine Idee, die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises als Baustein in das Framework “Typo 3 Flow” zur Entwicklung von Webanwendungen zu integrieren, den Innovationspreis. Web-Entwickler könnten das Modul nutzen, um die Funktionalität ohne großen Aufwand in eigene Projekte einzubauen. Momentan ist die Idee jedoch weder technisch noch rechtlich umsetzbar.

eIdee-Publikumspreis

In einer Online-Abstimmung gewann die Idee von Timo Rietzler. Er schlägt vor, E-Mails mit Hilfe des Personalausweises zu verschlüsseln. Empfänger sollen mit einem Softwaremodul für gängige Mailprogramm verschlüsselte E-Mails mit dem Personalausweis wieder entschlüsseln können. Dafür benötigt der Absender einen öffentlichen Schlüssel des Empfängers.

Für den Wettbewerb eIdee haben Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Institutionen in diesem Jahr über 240 Ideen eingereicht. Im Zentrum der meisten Ideen stand das Bedürfnis nach mehr Komfort und Sicherheit. Der Personalausweis soll für viele Log-in-Prozesse genutzt werden und Passwörter und Benutzernahmen ablösen.

Weitere Ideen beschäftigten sich mit der Idee einer “Multikarte”, die Karten wie Gesundheitskarte, Organspendeausweis, Studentenausweis oder Bahnticket mit dem Personalausweis vereint. Auch als Bankkarte wollen einige Ideengebern der Personalausweis sehen.

Wie sinnvoll es ist, den Personalausweis mit so vielen wichtigen Karten zu kombinieren, ist in Zeiten des Datenschutzes fraglich. Verliert man die sogenannte Multikarte oder wird sie gestohlen, sind auf einen Schlag alle Daten eines Menschen verloren beziehungsweise in den Händen von Kriminellen.