Digitale Geldbörse V.me by Visa startet in Europa

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Zunächst ist das Angebot in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Polen verfügbar. In Deutschland steht das Kreditkartenunternehmen mit Banken im Gespräch. Voraussichtlich wird hierzulande das Angebot 2014 nutzbar sein.

Mit V.me by Visa hat das Kreditkartenunternehmen in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Polen eine eigene digitale Geldbörse gestartet. V.me by Visa ist in den USA seit fast genau einem Jahr verfügbar. Nun wird die digitale Geldbörse auch Banken und anderen Finanzinstituten in Europa angeboten. Neben der britischen Bank Nationwide Building Society haben das Angebot die Banken BPCE und LCL in Frankreich und ING DiBa Slaski in Polen bereits angenommen. In Irland startet V.me by Visa im ersten Quartal 2014.

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In Spanien wurden derzeit erst mehrere Pilotprojekte auf den Weg gebracht, dort und in den anderen drei Ländern steht Visa zudem mit weiteren Banken in Verhandlungen. Dasselbe gilt für Deutschland. Da hierzulande das Interesse der Verbraucher an digitalen Geldbörsen und Zahlungsmöglichkeiten traditionell geringer als im Ausland ist, wird sich Visa zunächst wohl auf Ländern konzentrieren, in denen der Bedarf höher ist. Nach Auskunft des Unternehmens könnten dennoch bereits 2014 die ersten Partnerbanken damit anfangen.

Wie bei ähnlichen Diensten anderer Anbieter können auch Nutzer von V.me Produkte bargeldlos und ohne Kreditkarte bezahlen. Visas digitale Brieftasche ist allerdings in erster Linie für das Bezahlen im Web vorgesehen, konkurriert also vorrangig mit Paypal.

Anwender brauchen bei Einkäufen, die sie V.me bezahlen wollen, ihre Kreditkartendaten nicht anzugeben, sondern wählen auf der Bezahlseite die Option V.me aus. Nach Eingabe von Benutzername und Passwort werden Bezahlung, Rechnungs- und Warenversand dann auf Grundlage der einmal bei Visa hinterlegten Karten- und Adressdaten abgewickelt.

Laut Visa akzeptieren derzeit gut 1400 Internethändler V.me by Visa. Bis Januar 2014 soll diese Zahl auf 4000 steigen. Dies will Visa durch strategische Partnerschaften mit Serviceanbietern in der Zahlungsindustrie, wie WorldPay in Großbritannien, Be2Bill (Rentabiliweb), Lyra Network, Monext, Paybox (Point), SystemPay und Worldline, einer Atos-Tochtergesellschaft für E-Payment-Services in Frankreich erreichen.

Anders als Google Wallet und andere Mobilbezahldienste unterstützt V.me die Authentifizierung per Handy mittels der Nahfunktechnik NFC nicht. Dafür bietet Visa einen gesonderten Service an. Beide Dienste hat das Unternehmen in einer Mobilsoftware-Suite zusammengefasst.

Außer Google, Paypal, Visa sowie Mastercard kämpfen auch Mobilfunkbetreiber wie die Deutsche Telekom, Telefónica und E-Plus um Anteile am Markt für bargeldloses Bezahlen. Bislang konnte sich aber zumindest in Deutschland keines der Systeme wirklich durchsetzen. Visa rechnet sich daher, obwohl das Unternehmen etwas spät dran ist, immer noch gute Chancen aus: Schließlich kann man in Europa auf 470 Millionen Visa-Karten verweisen – eine Nutzerbasis, die man im Wettbewerb mit den Konzernen aus anderen Wirtschaftssegmenten in die Waagschale werfen kann.

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