Razzia bei Getgoods.de wegen Unterschlagungsvorwürfen

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Staatsanwaltschaft und LKA haben die Räumlichkeiten des zahlungsunfähigen Online-Händlers durchsucht. Getgoods soll mehr als 50 Millionen Euro unterschlagen haben. Es geht um fast 200.000 Mobiltelefone, die beim Händler gelagert, aber im Besitz des Großhändlers Brightstar gewesen sein sollen.

Staatsanwaltschaft und LKA haben beim insolventen Online-Händler Getgoods.de nach Beweismitteln gesucht. Das berichtet die “Märkische Oderzeitung”. Dem Blatt zufolge zufolge wurden sowohl die beiden Unternehmensstandorten als auch das private Wohnhaus des Firmenchefs Markus Rockstädt-Mies durchsucht. Es geht dabei um 192.000 Mobiltelefone, die bei Getgoods zwar deponiert wurden, jedoch im Besitz der US-Firma Brightstar waren. Dem Online-Händler aus Frankfurt (Oder) wird vorgeworfen, die Handys auf eigene Rechnung verkauft zu haben.

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Hierbei würde es sich um den Tatbestand der Unterschlagung handeln. Zudem wäre die Angelegenheit von aktienrechtlicher Bedeutung, da Getgoods diese Einnahmen als eigenen Umsatzerlös deklariert hätte, wie Staatsanwalt Sören Schrade der Zeitung erklärt. Brightstar habe Mitte vergangener Woche Strafanzeige beim Amtsgericht erstattet. Da die vorgelegten Belege überzeugend erschienen, habe dieses einen Durchsuchungsbefehl angeordnet.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ermittelt zudem wegen des Verdachts der Aktienmanipulation. Markus Rockstädt-Mies wies die Vorwürfe zurück. Die Verträge mit Brightstar würden seine Sicht der Dinge bestätigen. Letztlich habe das Verhalten von Brightstar Getgoods in die finanzielle Schieflage gebracht.

In der vergangenen Woche hat die Getgoods.de AG Insolvenz angemeldet. Die Stuttgarter und die Frankfurter Börse setzten den Handel mit dem Papier des Online-Händlers daraufhin aus.

[mit Material von Jakob Jung, ChannelBiz]

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