VIA Technologies bringt Entwicklungsplattform Springboard

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VIA Springboardkit

Mit dem Springboard zeigt der Hersteller eine Entwicklerplattform für Hobbybastler und kleine Anbieter von Embedded-Plattformen. Zentrum des Minirechners ist ein ARM-Prozessor. Damit springt VIA auf den neuen Do-it-yourself-Trend auf, den der britische Raspberry Pi und die Arduino-Softwareplattform auslösten.

Das Springboard von VIA wurde als Entwicklungsgrundlage für das Design neuer Geräte konzipiert und kommt jetzt auch in Deutschland mit verschiedenen Hardware-Kits und Android- oder Linux-Software-Development-Paketen. Der Hersteller bietet selbst Support-Dienstleistungen wie etwa Rapid System Prototyping, Anwendungs-Entwicklung, Hardware-und Software-Anpassung sowie Pre-Production-Testing und Diagnostik.

VIA Springboardkit
VIA liefert einen ARM-Rechner zum Selberbasteln. Schnittstellen, APIs, Kabel und Entwickler-Tools sind mit von der Partie (Bild: VIA Embedded)

Nicht nur die gängigen Minicomputer-Elemente und Schnittstellen sind geboten: Ein SIM-Card-Slot ermöglicht auch das Austesten mobiler Anwendungen. Im System steckt ein ARM Cortex-A9 SoC (800 MHz), der auch einen Multi-Standard-Decoder zur Videowiedergabe in Auflösungen von bis zu 1080p enthält.

Als Schnittstellen sind ein Mini-HDMI Port, zwei Mini-USB-2.0 Ports und ein 10/100-Ethernet-Anschluss verbaut, als Speicher stehen 4 GByte eMMC und 1 GByte DDR3-SDRAM bereit. Zudem enthält das Kit einen Anschluss für TTL- und LVDS-Displays, zwei COM-Ports, SPI, einen Mini-SD-Card-Slot, Touchscreen-Unterstützung und Front-Anschlüsse für Mikrofon und Line-in/out.

Die Herausforderung für junge Start-ups mit guten Ideen bestehe vor allem darin, diese vom Prototypen bis hin zur Massenproduktion zu entwickeln, erklärt Epan Wu, Leiterin der VIA Embedded Platform Division, die Intention hinter dem Springboard. Mit der Entwicklungsplattform könne man Development-Kosten für neue Systeme reduzieren und deren Markteinführung beschleunigen.

Die Springboard Kits stehen in zwei Konfigurationen bereit: Für das “VIA VAB-600 Springboard Kit” nutzt der Hersteller ein Pico-ITX Board (10 mal 7,2 Zentimeter) mit Erweiterungskartenslot für Input und Output von Informationen, einem Stecker-Netzteil sowie verschiedenen COM- und USB-Kabeln. Für 99 Dollar netto (plus lokale Mehrwertsteuer und Versand) ist der Bastel-PC samt Zubehör erhältlich. Das “VAB-600 Springboard WiFi Kit” enthält ein WLAN-Modul und kostet netto 129 Dollar.

Zum Betrieb stehen kostenlose Software-Entwicklungs-Pakete für Linux und Android auf der zugehörigen Website bereit. Die Android-Version enthält Googles Betriebssystem in Version 4.0.3 mit Kernel- und Bootloader-Quellcodes und einer Hardware-Schnittstelle mit APIs. Dazu zählen Watchdog Timer (WDT) als Maßnahme gegen ein Einfrieren des Systems, Kommunikation mit dem GPIO-Anschluss und dem COM-Port sowie eine Funktion für die automatische Inbetriebnahme.

Im Linux-Softwarekit findet sich ein vorgefertigtes Debian-Image mit Kernel und Bootloader-Quellcodes sowie eine Sammlung von Tools zur Anpassung des Kernels (Systemkerns) und eine ganze Reihe APIs zur Ansteuerung der Hardware. VIA liefert für beide Fälle Programmierbeispiele.

Das Springboard lässt sich durch das “VNT9271 Springboard USB WiFi Modul” erweitern. Es beruht auf dem Atheros-AR9271.Controllerchip, entspricht den IEEE-Standards 802.11b/g/n und operiert bei 2,4 bis 2,5 GHz.

VIA Springboardkit Schnittstellen
An der Seite des Springboard-Kits finden sich zahlreiche Schnittstellen wie LAN, HDMI und COM-Port (Bild: VIA Embedded)

Das VAB-800-Springboard-Kit und das VAB-600-Springboard-WiFi-Kit können derzeit nur über das Internet direkt vom Hersteller bezogen werden. Man habe sich für den Direktvertrieb entschieden, weil die Auslieferung über den regulären Handel den Preisvorteil zerstören würde, erklärt VIA Technologies. Die Versandkosten  würden sich sogar innerhalb Deutschlands unterscheiden; über lokale Preise schweigt man lieber und verweist auf ein Kontaktformular im Web für Einzelanfragen.

Laut Aussagen des Unternehmens bietet auch die deutsche Niederlassung Support für das Entwicklerprodukt; zahlreiche  Technikspezialisten “und nicht nur irgendwelche Vertriebsmitarbeiter” stünden hierzulande mit Rat und Tat bereit. Deutsche Preisempfehlungen wollte die Firma trotzdem noch nicht nennen – sie sind momentan noch abhängig vom US-Dollar-Wechselkurs und von den Lieferkosten.

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