Behörden wollen immer mehr Nutzerdaten von Google haben

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Google Logo (Grafik: Google)

Das geht aus dem aktuellen Transparenzbericht des Konzerns hervor. Die Zahl der Anfragen hat sich demnach seit 2010 mehr als verdoppelt. Im ersten Halbjahr 2013 fragten alleine US-Behörden 11.000-mal Daten an. Deutsche Behörden stellten im selben Zeitraum 2311 Auskunftsersuchen zu insgesamt 3079 Nutzerkonten.

Google- Transparenzbericht erstes Halbjahr 2013, Anfragen nach Nutzerdaten

Google hat seinen Transparenzbericht für das erste Halbjahr 2013 vorgelegt. Demnach bekommt der Konzern erneut deutlich mehr Anfragen von Behörden nach Nutzerdaten als Vorjahreszeitraum. Seit der Veröffentlichung des ersten Google-Berichts im Jahr 2010 hat sich die Zahl der Anfragen sogar mehr als verdoppelt. Außerdem wollen Behörden aus immer mehr Ländern Informationen von Google haben.

Zwischen Januar und Juni 2013 kamen von US-Behörden alleine 11.000 Anfragen. Das sind mehr als von offiziellen Stellen in Indien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Brasilien – den Ländern auf den folgenden fünf Plätzen – zusammengenommen. 80 Prozent der Anfragen aus den USA entsprachen Google zufolge geltendem Recht. Das Unternehmen gab in diesen Fällen daher Daten an Strafverfolgungsbehörden oder Nachrichtendienste weiter.

Aus Deutschland erhielt Google im ersten Halbjahr 2311 Auskunftsersuchen zu insgesamt 3079 Nutzerkonten. Das entspricht einer Zunahme von 49 beziehungsweise 58 Prozent gegenüber den Monaten Juli bis Dezember 2012. In 48 Prozent der Fälle wurden Daten ausgehändigt. Nach einem Rückgang zwischen Dezember 2010 und Juni 2012 nimmt die Zahl der Anfragen seit Juli 2012 wieder wieder zu.

Google- Transparenzbericht erstes Halbjahr 2013, Herkunft der Anfragen nach Nutzerdaten

Google bemängelt anlässlich der Veröffentlichung des Berichts erneut, dass es keine Zahlen zu Anfragen nach dem US-Abhörgesetz offenlegen darf. “Wir glauben, es ist Ihr Recht zu wissen, welche Arten von Anfragen und wie viele jede Regierung an uns und andere Firmen richtet”, schreibt Richard Salgado, Legal Director bei Google. “Das US-Justizministerium behauptet jedoch, dass US-Gesetze es verbieten, dass wir Informationen über Anfragen, die die nationale Sicherheit betreffen, weitergeben.”

Das US-Abhörgesetz FISA ist in den vergangenen Monaten durch die Enthüllungen von Edward Snowden in den Blickpunkt gerückt. Die US-Regierung benutzt das Gesetz, um Technologiekonzerne davon abzuhalten, Details über die an sie gerichteten Anfragen zu veröffentlichen. Einige dieser Firmen, darunter Google, Microsoft, Facebook und Yahoo, haben inzwischen gegen diese Auflagen geklagt – bisher allerdings ohne Erfolg.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ]

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