Telefonanlagenhersteller Aastra und Mitel wollen fusionieren

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Mitel will dazu sämtliche ausstehenden Stammaktien von Aastra übernehmen. Einer nun unterzeichneten Vereinbarung zufolge soll die Transaktion teilweise in bar, teilweise mit Mitel-Stammaktien abgewickelt werden. Ihr Gesamtvolumen liegt bei gut 278 Millionen Euro. Gemeinsam soll 2014 das Cloud-Geschäft forciert werden.

Mitel Networks kauft sämtliche ausstehenden Stammaktien von Aastra. Pro Aktie zahlt der Käufer 6,52 US-Dollar in bar sowie 3,6 der eigenen Stammaktien. Auf Grundlage des Schlusskurses von Mitel am 8. November 2013 ergibt sich daraus ein Volumen der Transaktion von insgesamt etwas übr 278 Millionen Euro. Dies entspricht einem Aufschlag von fast 21 Prozent auf den volumengewichteten 30-Tage-Durchschnittskurs der Aastra-Stammaktien.

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Die Transaktion erfolgt in Form eines gerichtlich genehmigten Fusionsplans. Ihm müssen mindestens zwei Drittel der Aastra-Aktionäre zustimmen. Deren Einverständnis soll bei einer für Januar 2014 anberaumten außerordentlichen Generalversammlung erbeten werden. Francis und Tony Shen, die zusammen rund 14 Prozent der ausstehenden Aastra-Stammaktien kontrollieren, haben ihr Ja bereits vertraglich zugesichert.

Das vereinigte Unternehmen kann auf einen Umsatz von knapp über einer Milliarde verweisen. In Westeuropa kommt es bei den Marktanteilen eigenen Angaben zufolge gemessen am Umsatz auf Platz eins. Nach der Fusion wird es unter dem Namen Mitel seinen Hauptsitz im kanadischen Ottawa, einrichten. Die Marke Aastra wird in einigen europäischen Ländern weiterhin verwendet werden. Richard McBee, aktuell Mitel-Präsident und CEO, steht auch der neuen Geschäftsleitung vor.

“Der Markt für Business Kommunikation ist reif für eine Konsolidierung und steht an der Schwelle zu einer verstärkten Migration zu Cloud-basierten Angeboten. Wir gehen davon aus, dass kleine Anbieter mit einem engen Fokus und begrenzter globaler Reichweite rasch verdrängt werden dürften», so McBee in einer Pressemitteilung. “Mit dieser Transaktion haben wir eine einzigartige Chance, uns mit einem Sprung von der Konkurrenz zu distanzieren und an die Spitze des Markts zu katapultieren.”

Von der Fusion erhoffen sich die beiden Unternehmen mehr Markttiefe und Marktbreite. Außerdem sei das Unternehmen bestens aufgestellt, um mehrere strategische Wachstumschancen gewinnbringend zu nutzen. Dazu zählt das Management auch die in Kürze anstehenden Upgrades bei der Kundenbasis in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien, sowie in Brasilien und Mexiko. Außerdem verweist man auf eine starke Basis in Australien. Weltweit soll das Cloud-Geschäft forciert werden. Derzeit trägt es rund 100 Millionen Dollar und damit knapp ein Zehntel zum Umsatz bei.

Außerdem erhoffen sich die Beteiligten wie üblich durch Konsolidierung der Betriebsstätten und Skaleneffekte in den nächsten zwei Jahren Einsparungen von rund 45 Millionen Dollar. In Deutschland dürften die Auswirkungen wegen der geringen Präsenz von Mitel hierzulande gering sein. Außerdem soll die Fusion den Verschuldungsgrad von Mitel signifikant reduzieren.

Zu den exakten Plänen für Deutschland haben sich die Firmen noch nicht geäußert. Hierzulande dürfte jedoch die Marke Aastra aufrecht erhalten werden. Sie ist bei Kunden weitaus bekannter als Mitel. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass sich das kanadische Unternehmen Aastra hierzulande zwischen 2003 und 2005 mit den Übernahmen von Ascom, der EADS-Telefonanlagensparte und dem deutschen Traditionsunternehmen DeTeWe aggressiv eingekauft hat. Mitel hat dagegen darauf gesetzt, mit seinen IP-Lösungen Vertriebspartner im Netzwerkbereich zu gewinnen und so seien Position auszubauen. Das ging aber in Deutschland nur langsam voran, in anderen Ländern, Großbritannien zum Beispiel, war man damit wesentlich erfolgreicher.

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