Lesara startet als Premium-Discounter im Internet

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Der Online-Shop will ganz unbescheiden Discountern wie Tchibo und Lidl Konkurrenz machen. Von ihnen hat er sich das Konzept der Themenwochen abgeschaut, in deren Rahmen qualitativ hochwertige No-Brand-Produkte vertrieben werden sollen. Zum Start sind zudem Produkte in den Kategorien Frauen, Männer, Schmuck, Zuhause, Elektronik und Kinder im Angebot.

Der Online-Shop Lesara ist heute mit ehrgeizigen Zielen an den Start gegangen: Er will ganz unbescheiden Discountern wie Tchibo und Lidl Konkurrenz machen. Die Konkurrenten sind jedoch gleichzeitig auch Vorbilder: Der Neuling setzt ganz auf das unter anderem von den beiden etablierte Konzept der Themenwochen.

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Das Elektronikangebot des Online-Discounters Lesara lässt zum Start doch noch einige Wünsche offen (Screenshot: ITespresso).

Von anderen E-Commerce-Angeboten grenzt sich Lesara dadurch ab, dass nicht vorrangig Markenprodukte, sondern qualitativ hochwertige No-Brand-Produkte angeboten werden sollen. Die stünden Markenprodukten in nichts nach, seien aber sehr viel günstiger, erklärt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Allerdings macht es der Shop dem Verbraucher, da ihm die exakte Prodzktbezeichnung fehlt, auch deutlich schwerer, Preise und Funktionen zu vergleichen. Er muss sich also auf sein Gespür und den Anbieter verlassen – wobei dessen Angebot zum Start allerdings eher an 1-Euro-Märkte als an Tchibo erinnert.

Als Basis seines Geschäftsmodell nennt Lesara “direkte Geschäftsbeziehungen zu Produzenten von Markenprodukten in aller Welt” und eine “Vertical Supply Chain Integration”. Das klingt gut, heißt aber letzendlich wohl nichts anderes, als dass der Betreiber bei Plattformen wie Alibaba.com Produkte direkt bei den Produzenten ordert und dann hierzulande vertreibt.

Hinter Lesara steht der 25-jährige Roman Kirsch. Er ist in der Berliner Gründerszene seit dem gemeinsam mit Christian Tiessen und Sascha Weiler gestarteten Projekt Casacanda kein Unbekannter mehr. Dieses, ein Klon des US-Shoppingclubs Fab.com, wurde im Frühjahr 2012 vom US-Vorbild aufgekauft und arbeitet im deutschsprachigen Raum seitdem unter Fab.de.

“Der Markt für qualitativ hochwertige No-Brand Produkte ist allein offline über 40 Milliarden Euro groß. Davon wird sich in den nächsten Jahren ein Großteil ins Internet verlagern. Und bei dieser Entwicklung wollen wir die Ersten sein, indem wir jetzt mit dem Premium-Discounter Lesara eine Marktlücke im E-Commerce erschließen”, erklärt Kirsch in der Pressemitteilung zum Start von Lesara.

Kernzielgruppe seien Frauen ab 35 Jahren. Ihnen will man auch durch Flexibilität imponieren: Mittels technischer Bedarfsanalysen könne man “binnen weniger Tage” auf Konsumtrends reagieren und das Sortiment anpassen. “Im traditionellen Discounter-Markt dauert dies mit einer durchschnittlichen Reaktionszeit von 9 bis 12 Monaten um ein Vielfaches länger.”

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Anfang Oktober haben Statista und das EHI die fünfte Ausgabe der Studie “E-Commerce-Markt Deutschland” veröffentlicht. Die Top 10 der Onlineshops in Deutschland führt demnach unangefochten Amazon an, das hierzulande 2012 einen Umsatz von rund 4,8 Milliarden Euro erwirtschaftete. Mit weitem Abstand folgen Otto (1,7 Milliarden Euro) und Notebooksbilliger (485 Millionen Euro). Neu in den Top 10 ist mit 360 Millionen Euro Umsatz Tchibo, nicht mehr vertreten dagegen Apple (Grafik: Statista.)
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