Telekom versorgt Allianz-Arena in München mit LTE

MobileMobilfunkNetzwerkeTelekommunikationWLAN

Der Ausbau soll Besuchern der Spiele des FC Bayern zugutekommen. Auch die Mobilfunkversorgung mit GSM und UMTS wurde dazu ausgebaut. Es ist in Deutschland das erste Stadion, das der Konzern so ausrüstet. Im Frühsommer 2014 soll WLAN für alle Stadionbesucher dazukommen.

Der FC Bayern München baut zusammen mit seinem Sponsor, der Deutschen Telekom, die Kommunikationsinfrastruktur der Allianz-Arena deutlich aus. In einem ersten Schritt wurde dazu nun die Mobilfunkversorgung erweitert. Stadionbesucher sollen ab sofort bei den Heimspielen des Vereins über LTE ins Netz gehen können – sofern sie über ein geeignetes Mobiltelefon verfügen. Darüber hinaus wurde die Mobilfunkversorgung über die älteren, aber verbreiterten Standards GSM und UMTS verbessert.

Karl-Heinz Rummenigge und Henning Stiegenroth (Bild: Deutsche Telekom AG)
FC-Bayern-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Henning Stiegenroth, Senior Vice President Sport-Marketing bei der Deutschen Telekom, bei der Unterzeichnung der Partnerschaft zwischen dem Verein und dem TK-Konzern (Bild: Deutsche Telekom AG).

“Wir alle leben in einer multimedialen Welt. Das, was wir unseren Besuchern aus aller Welt künftig in unserem Stadion bieten werden, ist spektakulär und einzigartig“, erklärt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG, in einer Pressemitteilung. “Wir setzen beim LTE-Ausbau die Frequenzen 1800 und 2600 Megahertz ein, die eine sehr hohe Kapazität bei der Datenübertragung bieten”, sagt Bruno Jacobfeuerborn, Technik-Chef der Telekom Deutschland. “Außerdem haben wir ein sehr kleinzelliges Netz aufgebaut, um sicher zu stellen, dass wir eine gute Versorgung bieten.”

Den Mobilfunkausbau der Allianz Arena hat die Telekom federführend für die anderen Netzbetreiber übernommen. Es profitieren also auch Nutzer anderer Netze davon.

In einem zweiten Schritt wollen der FC Bayern München und die Telekom mit “StadiumVision” die Münchner Arena zu einem “multimedialen Erlebnisraum für alle Fußball-Fans machen”. Das Angebot soll ab Frühsommer 2014 schrittweise eingeführt werden. Es ist Teil der breiter angelegten Digital-Strategie des FC Bayern, zu der auch Social-Media-Aktivitäten, Apps und eigene Web-TV-Angebote gehören.

Es wird dann zusätzliche Informationen zum Spiel, Live-Streams, Video-Wiedergaben oder Szenen aus früheren Partien sowie Unterhaltungsangebote auf mehreren hundert unterschiedlich großen HD-Bildschirme im Stadion sowie auf die Smartphones der Besucher liefern. Dazu kommen aktuelle Statistiken, Videobotschaften oder interaktive Aktionen der Werbepartner.

Für die Infrastruktur dafür setzten die Partner allerdings auf ein WLAN, das die Telekom mit Produkten von Cisco installieren wird. Es soll mehr als 50.000 Besucher dann erlauben, gleichzeitig mit mobilen Endgeräten Videos zu empfangen, im Internet surfen, E-Mails zu verschicken oder Fotos und Videos bei Sozialen Netzwerken hochzuladen.

Für das LTE-Netz hat die Telekom im Stadion rund 100 Quadratmeter Betriebsräume eingerichtet und über 2500 Kilogramm Stahl für Antennenhalterungen verbaut. Außerdem wurden über 30 Antennen und ebenso viele 30 Repeater installiert sowie mehr als 11.000 Meter Kabel verlegt. Die Antenneneinhausungen benötigten laut Angaben der Telekom über 1000 Kilogramm Aluminium und Blech.

Aufgrund dieses enormen Aufwands setzen andere Stadionbetreiber von vorneherein auf den WLAN-Ausbau. Beispielsweise hat der Tivoli in Aachen bereits seit dem Frühjahr 2011 eine WLAN-Infrastruktur. Dort werden allerdings nur der Pressebereiche, der VIP-Bereich und das Umfeld des Stadions abgedeckt. Es kommt außerdem für die Mitarbeiter zum Einsatz, und auch beim Kauf von Getränken, Snacks oder Fanartikeln lässt sich darüber mit der Dauer- oder Tivoli-Karte Bezahlen.

Ein ähnliches Konzept hat das Genfer Stadion schon ein paar Jahre früher umgesetzt: Auch dort können Journalisten, Besucher der VIP-Lounges und der VIP-Bereiche auf der zweiten und dritten Etage sowie der Presseräume und aus den Kabinen im Untergeschoss per WLAN drahtlos ins Internet gehen.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen