Microsoft: verliebt in Berlin

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Steve Ballmer hat eine neue Microsoft-Niederlassung in Berlin eröffnet. Der Konzern ist damit nicht nur im Regierungsviertel präsent, er verlagert auch wichtige Teile seiner Arbeit von München nach Berlin. Microsofts Deutschland-Chef Christian Illek begründet das mit der aktuellen Dynamik in der Hauptstadt.

Microsoft hat in Berlin, an der Ecke Unter den Linden und Charlottenstraße, eine neue Niederlassung eröffnet. Nach etwas mehr als vier Monaten Umbauarbeiten will Microsoft dort nun wie geplant Start-ups beherbergen, Entwickler informieren sowie mit Partnern und Kunden in Dialog treten.

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Microsoft-CEO Steve Ballmer und Deutschland-Chef Christian Illek bei der offiziellen Einweihung der Microsoft-Niederlassung in Berlin (Bild: Microsoft).

Da es sich um das erste, sogenannte Microsoft Center weltweit handelt, ließ es sich der scheidende CEO Steve Ballmer nicht nehmen, es selbst einzuweihen. “Gerade jetzt arbeiten wir unglaublich intensiv an der nächsten Generation hochwertiger und leistungsstarker Devices und Services, die das Leben, die Arbeit und die Kommunikation überall auf der Welt erleichtern und verbessern werden”, sagte er. “Microsoft Berlin” bietet ein einzigartiges Umfeld, um Innovationen voranzutreiben, neue Partnerschaften zu entwickeln und sich mit den Kunden zu vernetzen.

Microsoft wolle auf diese Weise die aktuellen Trends und neuesten Technologien im Auge behalten, erklärt auch Christian Illek, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Microsoft Deutschland. “Die Amerikaner haben Berlin als Hub entdeckt. Denn hier werden die wichtigen Entscheidungen getroffen und hier arbeiten mehr als 70.000 Menschen innerhalb der ITK-Branche”, so Illek. In Berlin entständen die nächsten Geschäftsmodelle, die besten Ideen und die neuesten Technologien. “Das Momentum spricht deutlich für Berlin und gegen andere europäische Metropolen wie London oder München.”

Das zieht aber auch einen Bedeutungsverlust der Microsoft-Deutschland-Zentrale in Unterschleißheim bei München nach sich: Alles was in Berlin erledigt werden kann, wird nicht mehr in München getan werden. Klar ist, dass Microsoft Deutschland künftig auch als Berliner Unternehmen gesehen werden möchte. “Denn”, so Illek weiter, “in München werden keine politischen Entscheidungen getroffen.”

Die Niederlassung im Berliner Regierungsviertel wird deshalb auch ein Zentrum für Lobbyarbeit sein. Acht der rund 110 Mitarbeiter sollen ständig in Kontakt mit der Politik stehen. Ein wichtiges Thema ist dabei aktuell die NSA-Affäre; aber auch die europäische Datenschutzverordnung gehört dazu. Und natürlich will man in Berlin auch mit den Verbänden und der Politik das vom Innenministerium geplante IT-Sicherheitsgesetz und den Schutz der kritischen Infrastrukturen diskutieren.

Microsofts neue Niederlassung in Berlin

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Steve Ballmer und Chrstian Illek in der Microsoft-Niederlassung Berlin
Microsoft-CEO Steve Ballmer und Deutschland-Chef Christian Illek bei der offiziellen Einweihung der Microsoft-Niederlassung in Berlin (Bild: Microsoft).