HGST beginnt mit Auslieferung Helium-gefüllter Festplatten

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Die Western-Digital-Tochter bleibt beim 3,5-Zoll-Formfaktor. Allerdings erhöht sie die Speicherkapazität auf 6 TByte und reduziert die Verlustleistung um 23 Prozent. Im Idle-Mdous soll die Ultrastar He6 mit 5,3 Watt auskommen.

HGST vormals (Hitachi Global Storage Technologies, nun ein Tochterunternehmen von Western Digital), beginnt nun mit der Auslieferung seiner vor gut einem Jahr angekündigten heliumgefüllte Festplatten-Modelle. Es handelt sich um Laufwerke mit sieben Plattern im Formfaktor 3,5 Zoll. Als Abnehmer der Ultrastar He6 sieht der Anbieter zunächst Rechenzentren, aus denen Cloud-Dienste geliefert werden oder Firmen, die enorme Mengen von Daten speichern und bearbeiten müssen.

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Mit der Ultrastar He6 hat HGST nun eine mit Helium gefüllte 6-TByte-Festplatte für Rechenzentren im Angebot (Bild: HGST).

Als Vorteile der Helium-Festplatte nennt HGST deutliche Kostensenkungen durch sparsameren Betrieb. So sollen die Verlustleistung pro Laufwerk 23 Prozent niedriger sein, als bei herkömmlichen Modellen, das TByte–zu-Watt-Verhältnis sei 49 Prozent besser und durch die höhere Dichte lasse sich eine um 50 Prozent höhere Kapazität pro Flächeneinheit erreichen.

Die Vorteile des Betriebs von Festplatten mit Heliumfüllung sind in der Branche seit Langem bekannt. Schwer getan haben sich die Anbieter allerdings Punkt beim Produkt- und Prozessdesign, um Helium im Rahmen der Massenproduktion kostengünstig im HDD-Gehäuse zu versiegeln. HGST hat zum Beispiel sechs Jahre benötigt, um einen Prototyp vorzustellen – und nochmal ein Jahr, um die Serienfertigung anlaufen zu lassen.

Der Vorteil von Helium ist vor allem die geringe Dichte, die lediglich bei einem Siebtel der Dichte von Luft liegt. Dadurch sind die Strömungseffekte geringer, denen die rotierenden Plattenstapel ausgesetzt sind und der Motor, der die einzelnen Platter bewegt, benötigt weniger Leistung.

Die Strömungskräfte, die Platten und die Trägerarme, mit denen die Schreib-und- Leseköpfe über den Datenspuren positioniert werden, in Schwingungen versetzen, fallen deutlich geringer aus. Somit können Hersteller in einer heliumgefüllten Festplatte sowohl die Platten als auch die einzelnen Datenspuren enger anordnen. Die geringeren Scherkräfte und die bessere Wärmeleitfähigkeit von Helium tragen zudem dazu bei, dass das Laufwerk kühler und leiser arbeitet.

Zum Einsatz kommen wird die Ultrastar He6 zunächst in großen Rechenzentren, diesen Kunden macht HGST Projektpreise. Als erste Referenzen, die auch an der Entwicklung mitgewirkt haben, nennt der Hersteller unter anderem Hewlertt-Packard, Netflix, Huawei Unified Storage, das Forschungszentrum CERN und Green Revolution Cooling. Bis es die Helium-Platte in den heimischen PC schaffen wird, vergeht also bestimmt noch einige Zeit.

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