Emerango startet Marktplatz für gebrauchte Smartphones und Tablets

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Das Unternehmen aus Offenbach sieht sich als Alternative zu Ankaufsportalen. Ihnen will es durch attraktivere Erlöse Konkurrenz machen. Nur beim Verkaufserfolg wird die Transaktionsgebühr fällig, in der auch die Versandkosten enthalten sind. Käufer zahlen lediglich den Gerätepreis.

Mit Emerango haben Nutzer, die gebrauchte Mobilfunkgeräte verkaufen wollen nun eine weitere Option. Um sich gegen den Wettbewerb durch Ankaufsportale und etablierte, breiter aufgestellte Online-Marktplätze durchzusetzen setzt der Neuling auf die Integration in Soziale Netzwerke und Zusatzdienste für Verkaufswillige.

Die Anmeldung bei Emerango erfolgt entweder über den Facebook-Account oder eine klassische Registrierung. Um Verkäufer wirbt Emerango mit einer Datenbank, aus der diese Fotos des anzubietenden Gerät auswählen können und in der alle grundlegenden Produktinformationen hinterlegt sind. Die werden dann ebenfalls von dort bezogen. Sie müssen lediglich den Zustand des Gerätes angeben. Darauf basierend wird ein vorgeschlagener Verkaufspreis ermittelt. Der lässt sich vom Anbieter nach unten oder oben abändern.

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Ein schwarzes iPhone 4S mit 16 GByte Speicher in gutem Zustand, mit Netzteil aber ohne SIM-Lock hat laut Emrango einen Marktwert von 376 Euro. Bei erfolgreichem Verkauf bleiben einem Emerango-Nutzer davon knapp 340 übrig (Screenshot: ITespresso).

Der Versand erfolgt über UPS. Dazu bringt der Paketabholer eine adressierte und frankierte Versandbox mit, in die er das verkaufte Gerät legt. Sie soll helfen, das Gerät geschützt zu versenden, außerdem ist der Transport damit versichert.

Ähnlich wie zum Beispiel Amazon übernimmt Emerango auch den Zahlungsverkehr. Über jeden Fortschritt des Verkaufsprozesses werden Käufer und Verkäufer per E-Mail informiert. Das Geld des Käufers bleibt bis zum Ablauf einer Prüfungsfrist beim Marktplatzbetreiber, bevor es abzüglich einer Transaktionsgebühr an den Verkäufer überwiesen wird.

Die Höhe der bei erfolgreichem Verkauf fälligen Transaktionsgebühr hängt vom Preis und vom verkauften Modell ab. Sie wird jeweils individuell ermittelt. Das macht das ganze Verfahren allerdings etwas intransparent und schwer vergleichbar. “Rund drei Viertel der Bundesbürger lagern mindestens ein Gerät, das sie nicht mehr verwenden. Bei Ankaufsdiensten erhalten Verkäufer jedoch oft nur 60 Prozent des Marktwertes”, wirbt Emerango-Mitgründer Marc Tecklenburg.

Emerango im Vergleich zu Ankaufsportalen

In einem kurzen Versuch hat ITespresso für ein schwarzes iPhone 4S in gutem Zustand, ohne Branding und Personalisierung aber mit Ladegerät und 16 GByte internem Speicher einen vorgeschlagenen Verkaufspreis von 376 Euro ermittelt, der Auszahlungsbetrag im Erfolgsfall lag bei 339,98 Euro. Die Gesamtsumme, die für die Abwicklung des Verkaufs und den Transport bei Emerango verbleibt, beträgt in diesem Fall also 36,02 Euro.

Trotz dieser stolzen Provision kann sich das lohnen. Etablierte Ankaufsportale bezahlen aktuell (Stand 4. November 2013) für das iPhone 4S mit 16 GByte internem Speicher in gutem Zustand, ohne Branding und Personalisierung, dafür mit Ladegerät von 213,60 Euro (Flip4new.de) über 222,50 (Ebay-Elektronik-Ankauf) bis zu und 222,90 Euro (Wirkaufens.de). Bei ihnen hat der Verkäufer allerdings die Gewissheit, hat, dass er seine Ware sofort los ist.

Dies legt nahe, dass bei vergleichsweise aktuellen Modellen, für die es viele potenzielle Käufer gibt, ein Versuch über Emerango lohnend sein kann – schließlich fällt die Transaktionsgebühr ja nur an, wenn es zum Verkauf kommt. Etwas ältere Geräte, die nur schwer zu verkaufen sind, bringen wahrscheinlich bei Ankaufsportalen mehr ein.

In Offenbach hat Emerango zudem ein Ladengeschäft eröffnet. Dort können Nutzer Geräte in Augenschein nehmen, Käufe abholen, Verkäufe anliefern und den angeschlossenen Reparaturservice nutzen. Darüber hinaus gibt es dort fünf Euro für im Gebrauchtmarkt nicht mehr verkaufsfähige Handys oder Tablets.

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