Bill Gates: Es gibt wichtigeres als das Internet

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Das hat der Microsoft-Gründer in einem Interview mit der Financial Times gesagt. Die Pläne von Mark Zuckerberg und anderen Silicon-Valley-Größen zum Ausbau des Internets hält er für einen Witz. Fragen zu Microsoft wollte er nicht beantworten, schloß aber eine Rückkehr ins operative Geschäft kategorisch aus.

“Ich liebe natürlich diese ganze IT-Sache. Aber wenn wir Lebensbedingungen verbessern wollen, müssen wir uns mit grundlegenderen Dingen beschäftigen, etwa der Kindersterblichkeit oder der Unterernährung bei Kindern“, sagte Bill Gates in einem Interview mit der Financial Times. Der Microsoft-Gründer geht damit in Opposition zu vielen Technologie-Neureichen an der amerikanischen Westküste, für die bei ihrem philanthropischen Engagement der Ausbau des Internets im Vordergrund steht.

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Bill Gates während eines Interviews im Januar 2013 mit Stephen Colbert (Screenshot: ITespresso).

Sie halten es für die zentrale Komponente, um soziale und wirtschaftliche Verbesserungen voranzutreiben – so wie Mark Zuckerberg bei seinen kürzlich vorgestellten Plänen, den fünf Milliarden Menschen ohne Internetzugang solch einen zu verschaffen. Der Facebook-Gründer bezeichnete dies eine der “größten Aufgaben unserer Generation”. Er hält es insgeheim vielleicht auch deshalb für so wichtig, um die Nutzerzahlen seines Sozialen Netzwerks noch weiter ausbauen zu können.

Für Gates dagegen ist die Wahl klar: Wenn er zwischen weltweiter Internetversorgung und einem Impfstoff gegen Malaria wählen müsste würde er sich auf die Seite des Serums stellen: Internetzugang als oberste Priorität bezeichnete er wörtlich als einen Witz.

“Innovation ist gut. Die menschlichen Lebensbedingungen – abgesehen von Bioterrorismus und ein paar Fußnoten – verbessern sich durch Innovationen”, so Gates in dem Interview weiter. “Aber auch wenn Technologie faszinierend ist, kommt sie doch den Bedürftigsten nicht annährend in dem Zeitfenster zugute, in dem wir uns das wünschen würden.”

Fragen nach Microsoft blockte Gates in dem Interview mit der Financial Times ab. Entgegen anderslautender Spekulationen machte er aber klar, dass er nicht zurückkehren werde, um wieder die operative Führung zu übernehmen.

Allerdings gab er zu, dass das Unternehmen derzeit pro Woche mehr als einen Tag seiner Zeit beansprucht – für diesen Aufwand hatte er sich bei seinem Abschied verpflichtet. Als Chairman und Mitglied des Komitees, das einen Nachfolger für Steve Ballmer sucht, nehme er immer noch an Meetings mit den einzelnen Produktgruppen der Firma teil. Und Gates erwartet, dass einige Zeit mit der Einarbeitung des nächsten Chefs verbringen wird, wenn dieser dann ernannt ist.

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