Wikipedia erlaubt nun doch PR – gibt aber Regeln vor

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Wikipedia Logo (Grafik: Wikimedia)

Das deutsche Wikipedia-Team hat nach vielen Diskussionen um versteckte Werbung abgestimmt und grünes Licht für bezahlte Autoren gegeben. Die müssen sich dabei aber an Regeln halten. Ein Leitfaden zeigt, wie sie das tun können.

Nach einer Abstimmung bei Wikipedia Deutschland am 21. Oktober steht mit 82 Prozent Mehrheit fest: Interessengelenktes Schreiben für Wikipedia ist möglich, sofern das Verfassen oder Ändern eines Wikipedia-Artikels bestimmte Grenzen einhält.

PR-Wikipedia-Leitfaden

Öffentlichkeitsarbeiter können dazu jetzt einen Leitfaden gegen “pay with a share” (Tweet oder Facebook-Share) per E-Mail erhalten. Geschrieben haben ihn Anja Floetenmeyer von Aufgesang Public Relations und Markus Franz von Sucomo. Ihnen zufolge sind schon jetzt sind fast 2000 Unternehmen und prominente Personen in Wikipedia mit einem verifizierten Benutzerkonto registriert. Dagegen spreche nichts, denn oft wissen Hersteller mehr über ihre Technologien als gewöhnliche Surfer – die Einträge müssen aber mit Bedacht gefüllt werden, um das Online-Lexikon nicht zur Werbeplattform verkommen zu lassen.

Erst kürzlich hatte die Wikipedia Foundation im Bemühen um mehr Qualität Konten von mutmaßlich bezahlten Autoren gesperrt. Wenn aber alle Fakten stimmen und sie sich an bestimmte Regeln halten, dürfen auch Public-Relations-Aktivisten mitmachen. Wikipedia ist inzwischen wichtig für Unternehmens- und Personenkommunikation, der typische PR-Mitarbeiter ignoriert jedoch oftmals unwissend – oder nach Ansicht vieler Wikipedianer sogar dreist – nötige Relevanzkriterien.

Die Community agiert nach ganz eigenen Regeln, die man nicht in Marketingkursen lernt. Der Guide “Public Relations in Wikipedia: Leitfaden für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit” soll helfen, wirtschaftliche Interessen mit Community-Erwartungen in Einklang zu bringen.

Zum Einstieg zeigt er “drei goldene Regeln” auf und erklärt Relevanzkriterien, verifizierte Benutzerkonten, Bilder spwie Lizenzauswahl und gibt handfeste Tipps. In Beschreibungen, was das Support- und das Mentorenteam leisten kann, welche Hilfe man auf Diskussionsseiten erhält und wie sich knifflige Situationen von vornherein vermeiden lassen, weist der Leitfaden den Weg zu seriösen Einträgen.

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