Brasilien plant Netzausbau mit Hilfe von Ballons

BreitbandNetzwerke

Das Projekt sollen der Netzbetreiber Telebrás und die nationale Weltraumagentur INPE umsetzen. Ein Prototyp wird im November getestet. Google, das mit seinem Project Loon eine ähnliche Idee verfolgt, kann sich 2014 an der öffentlichen Ausschreibung für die Hardware beteiligen.

Die Regierung Brasiliens möchte entlegene Regionen per Ballon mit Internetzugang versorgen. Entsprechende Verträge wurden bereits mit dem brasilianischen Netzbetreiber Telebrás und der nationalen Weltraumagentur INPE unterschrieben. Erste Tests finden im November auf einem Gelände der INPE im Bundesstaat São Paulo nahe der Stadt São José dos Campos statt. Dabei kommen Standard-Hardware und ein Ballon-Prototyp von Altave zum Einsatz. Dieser kann sowohl am Boden fixiert als auch mit einem sich bewegenden Fahrzeug verbunden werden.

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Projektskizze des Ballon-Anbieters Altave zum Internet-Projekt in Brasilien.

Google verfolgt mit seinem Project Loon einen ähnlichen Ansatz. Der wurde im Sommer bereits in Neuseeland erprobt. Gespräche über eine Partnerschaft gab es in der vergangenen Woche. Die US-Amerikaner kommen aber vorerst nicht zum Zuge.

Das kann am Misstrauen gegenüber den USA liegen, das Präsidenten Dilma Rousseff geäußert hat, nachdem bekannt wurde, dass sie ebenfalls von der NSA ausspioniert wurde, aber auch am unterschiedlichen Ansatz. Bei Google denkt man vor allem über Ballons nach, die von Winden in der Stratosphäre – also in mehreren Kilometern Höhe – um die Erde getragen werden. Das Projekt in Brasilien will dagegen aus Ballons in 200 bis 300 Metern über der Erde funken.

Der brasilianischen Zeitung O Estado de São Paulo sagte Telebrás-Präsident Caio Bonilha, die Regierung arbeite lieber mit Firmen aus dem eigenen Land zusammen. Die endgültige Ausschreibung werde aber für brasilianische und ausländische Firmen offen sein, um sicherzustellen, dass die bestmögliche Technik zum Einsatz kommt.

Ein zweiter Test ist für 2014 geplant. Einsatzbereit sein soll die Technik dann 2015. Das Kommunikationsministerium erwartet deutlich niedrigere Kosten als beim Aufbau von Funktürmen. Gleichzeitig sei die Reichweite der Ballons größer und die Inbetriebnahme einfacher.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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